» 4 Sterne Hotel in Santiago de Cuba, Provinz Santiago de Cuba
Direkt am zentralen Platz Parque Céspedes im Herzen der Stadt liegt das in einem neoklassizistischen Gebäude untergebrachte Hotel Casa Grande. Berühmt wurde das Hotel durch die Erwähnung im Roman „Unser Mann in Havanna“ von Graham Green, wo es als Agententreffpunkt beschrieben wird.
Das Hotel Casa Grande liegt direkt im Herzen der Altstadt von Santiago de Cuba in unmittelbarer Nähe zum zentrales Platz des Parque Céspedes, der alten Plaza de Armas. Der Parque Céspedes ist ein sehr belebter Platz, auf dem sich Musiker, Schriftsteller und Liebespärchen treffen. Allein das Treiben auf diesem Platz zu beobachten ist eine Unterhaltung für sich. Um den Platz herum stehen einige der wichtigsten Gebäude der Stadt, allem voran die Catedral de la Asunción. Von hier aus geht ein unendlich erscheinendes Gewimmel von kleinen Straßen aus, die sich teilweise Steil die Berge raufschlängeln. Der Platz ist allerdings auch bis sehr spät abends sehr belebt, was die Hotellage nicht grade zu einer ruhigen macht. Am Parque Céspedes ist zudem die Belästigung durch Jineteros sehr stark. Diese Schlepper wollen Touristen in Restaurants führen, ihnen Zigarren verkaufen und vor allem auch Prostituierte anbieten. Ein sehr entschiedenes „Nein“ hilft aber zumeist weiter. Santiago des Cuba ist die lebendigste Stadt Cubas, dessen Höhepunkt der alljährliche Karneval Ende Juli ist. Das afrikanische Erbe Cubas wird nirgendwo so deutlich wie in Santiago. Nirgendwo leben mehr Nachfahren der Sklaven aus Afrika als hier. Hinzu kommen viele Einflüsse aus Haiti und von französischen Siedlern. Die Musik und der Tanz des Son haben hier ebenso ihre Heimat wie die Santería Religion. Aber Santiago ist auch ein bedeutender Ort der kubanischen Revolution, nahm diese doch hier mit dem Sturm auf die Moncada Kaserne ihren Anfang. Nicht verpassen sollte man den Monumentalfriedhof Cementerio de Santa Ifigenia, auf dem berühmte Persönlichkeiten der kubanischen Geschichte wie José Martí, Carlos Manuel de Cespedes oder Emilio Bacardí begraben liegen. Etwas außerhalb der Stadt am Eingang der Bucht findet man die mächtige Festung Castillo del Morro.
Das Hotel Casa Grande ist untergebracht in einem neoklassizistischen Gebäude aus dem Jahre 1914. Der fünfstöckige Bau wurde 1989 aufwendig restauriert und zeugt heute von den glanzvollen Zeiten der Jahrhundertwende. Noch heutzutage ist der Bau einer der schönsten am Platze. Das gediegene Ambiente der Kolonialzeit zeigt sich auch noch beim Betreten der stilvollen Lobby mit ihren Stilmöbeln. Berühmt ist das Hotel für seine Dachterrasse mit Dachgarten, von der aus man einen wunderschönen Blick über Santiago und die Bucht hat. Berühmt und zu einer eigenen Sehenswürdigkeit von Santiago wurde das Hotel mit seiner Dachterrasse dadurch, dass Graham Greens Charakter Wormold aus dem Buch „Unser Mann in Havanna“ in diesem Hotel nächtigte. Doch der edle, koloniale Charme, den die Fassade und die Lobby versprechen, ist nur Schein, denn was dahinter kommt, wird diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Die Flure sind schmutzig und abgenutzt und der einzige Lift funktioniert nur selten.
Das Frühstücksbuffet ist von der Auswahl recht eingeschränkt und qualitativ eher durchschnittlich. Der Service ist recht schleppend und die Tische werden nur sehr leidlich gesäubert. Entschädigt wird man dafür allerdings durch das Ambiente, denn das Frühstück wird eingenommen auf der Dachterrasse, inklusive Ausblick auf den Parque Céspedes und die Kathedrale. Lohnenswert ist es auch, nachmittags oder in den Abendstunden einen Drink in der Dachbar einzunehmen und dem bunten Treiben auf dem Platz zuzuschauen. Im ersten Stock des Gebäudes gibt es ein A-la-Carte Restaurant, welches aus internationale und kreolische Küche spezialisiert ist. Wäre dieses nicht schlecht durch grelle Lichter beleuchtet, würde es auch einigermaßen gediegen daherkommen. Das Essen ist qualitativ gut, ohne etwas Besonderes zu sein. Dabei sind die Preise jedoch recht hoch. Hier gibt es in der Umgebung viele Alternativen, die sich mehr lohnen. Sehr schön wiederum ist die überdachte Terrasse direkt am Park. Auch von hier aus lässt sich der Parque Céspedes wunderbar beobachten. Die Drinks in der Terrassenbar wie auch auf dem Dach sind sehr gut. An der Terrassenbar gibt es Livemusik. Zu den weiteren Einrichtungen des Hotels gehören ein paar Shops, darunter auch ein gut sortierter Zigarrenladen, ein Ausflugsbüro, ein Konferenzraum, ein Gemäldeausstellung, eine ärztliche Betreuung, ein Wäscheservice sowie ein Autoverleih und ein Taxistand.
Der Service im Hotel Casa Grande ist zwar nicht direkt unfreundlich, allerdings fehlt auch eine zuvorkommende Hilfsbereitschaft. Man liest den Gästen nicht grade die Wünsche von den Lippen ab und reagiert oft nur schleppend. Insgesamt ist das Hotel Casa Grande durchaus ein Hotel mit viel Atmosphäre und kolonialem Charme. Und man befindet sich auch mitten im pulsierenden Leben von Santiago de Cuba. Wer schon einmal Ruhe sucht, ist hier grundsätzlich falsch. Doch vieles ist nur Schein. Abseits von Lobby, Dachterrasse und Außenbereich ist das Hotel stark renovierungsbedürftig. Würde man hier etwas investieren, könnte man eine wirkliche Top-Adresse schaffen. So aber kann es allenfalls für Individualreisende empfohlen werden, die wirklich mitten im Leben der Stadt wohnen möchten. Allen anderen sei eher nur mal so ein Besuch der Dachterrasse oder der Terrassenbar empfohlen.
Schmuddelig wie in den Fluren des Hotels geht es auch in den Zimmern weiter. Hier sieht man, dass es sich um ein altes Hotel handelt. Das Mobiliar besteht zwar aus schönen, alten Möbeln, doch diese sind sehr deutlich abgenutzt und verwohnt. Die Fenster sind zwar doppelt verglast, lassen sich aber nur bedingt öffnen und halten den Lärm der Außenwelt nur sehr leidlich ab. Durch die alten Möbel muffeln die Zimmer und sind auch nur mäßig sauber. Immerhin bieten einige Zimmer einen sehr schönen Ausblick auf den Park und die Kathedrale. Auch die Größe der Zimmer ist in Ordnung. Ausgestattet sind die 58 Zimmer des Casa Grande mit etwas veralteten und daher nicht ganz leisen Klimaanlagen, TV, Mietsafe und Minibar. Die Badezimmer sind zwar eigentlich nett gestaltet mit Fliesen und Marmor, aber auch diese sind deutlich verwohnt und heruntergekommen. Vieles ist lose und tropft. Sowieso scheint es Probleme mit den Wasserleitungen im Hotel zu geben. Überall tropft und leckt es. Hier hat man wohl bei der Restaurierung etwas vergessen zu sanieren. Auch für kubanische Verhältnisse sind die Zimmer keiner 4 Sterne wert.
Informationen:
Provinz: Santiago de Cuba
Stadt: Santiago de Cuba
Straße: Calle Heredia 201, e/ San Pedro y San Félix
Telefon: (22) 686 600
Fax: (33) 686 035
Ausstattung:
Zimmer: 58
Kategorie:
Preis:
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