Die Stadt Holguin wird mit ihren vielen grünen Plätzen als „Parkstadt“ gezeichnet. Holguin mit seinen rund 325.000 Einwohnern ist eine eher moderne Stadt für kubanische Verhältnisse.
Die Stadt wirkt geplanter als andere Städte Cubas. Die Straßen sind in einem strengen Schachbrettmuster angelegt. Holguin liegt zwischen den Hügeln Cerro de Mayabe und Loma de la Cruz. Zentraler Platz von Holguin ist der Parque Calixto Garcia, benannt nach dem berühmten General der Unabhängigkeitskriege. Sein Geburtshaus Casa Natal de Calixto Garcia steht direkt am Parque Calixto Garcia und beherbergt heute ein kleines Museum. Die anderen beiden großen Plätze der Innenstadt sind der Parque San José und der Parque Peralta.
Gegründet wurde die Stadt 1545 als San Isidoro de Holguin durch Garcia de Holguin, einem spanischen Armeeoffizier. Im Jahre 1752 erhielt Holguin durch König Fernando VII die Stadtrechte. Geschichtliche Bedeutung erhielt die Stadt jedoch erst 1872, als sie durch Calixto Garcia von den Spaniern befreit wurde und fortan ein wichtiges Zentrum in den Unabhängigkeitskriegen war.
Direkt am Parque Calixto Garcia befindet sich La Periquera, ein wuchtiges Gebäude im klassizistischen Stil mit großem Innenhof. Es wurde 1860 errichtet und war zunächst ein Ballsaal und Kasino für die obere Mittelschicht. Zu Beginn des 1. Unabhängigkeitskrieges 1868 wurde das Gebäude von den Unabhängigkeitskämpfern besetzt und als Kaserne benutzt. Aus dieser Zeit stammt auch der Name La Periquera. Dieser bedeutet „Papageienkäfig“ und bezieht sich darauf, dass in dem Gebäude spanische Soldaten gefangen gehalten wurden, die durch ihre bunten Uniformen auch als Papageien verspottet wurden.
Heute ist in La Periquera das örtliche Historienmuseum untergebracht. Über fünf Ausstellungsräume wird die Geschichte Holguins erzählt. Dabei werden auch archäologische Funde aus der Zeit ausgestellt, als in diesem Gebiet die Taino-Indianer siedelten. Diese bewohnten die Gegend von Holguin vom 8. Bis zum 15. Jahrhundert, bevor sie ausgerottet wurden durch die Spanier. Berühmtestes Stück der Sammlung ist die Hacha de Holguin, eine Steinaxt in Form eines menschlichen Körpers.
Ebenfalls am Parque Calixto Garcia befindet sich das naturhistorische Museum von Holguin. Es besitzt eine der umfangreichsten naturwissenschaftlichen Sammlungen Cubas. In 11 Räumen werden über 7000 Exponate gezeigt, vor allem Vögel, Muscheln, Schnecken und Fische. Z.B. ist eine umfangreiche Sammlung an Polymita-Schnecken von den Stränden Baracoas oder auch ein 60 Millionen Jahre altes Fischfossil aus der Sierra Maestra ausgestellt.
Die Kathedrale von Holguin wurde 1720 an der Stelle errichtet, wo auch die erste Messe zur Gründung der Stadt stattgefunden hat. Die Catedral de San Isidro liegt am Parque Peralta, der auch Parque de Flores genannt wird, da hier schon früh Blumenmärkte stattfanden. Seit 1979 ist die Kirche zur Kathedrale geweiht. Im Inneren der Kirche steht eine Kopie der berühmten Virgen de Caridad, angelehnt an die der Basilica del Cobre in der Nähe von Santiago de Cuba. Jedes Jahr am 4. April findet ein fest zu Ehren der Virgen statt.
Loma de la Cruz ist einer der beiden Hügel, zwischen denen Holguin liegt. Der Gipfel des Loma de la Cruz (Kreuzhügel) kann über eine von 1927 bis 1950 erbaute Treppe mit 458 Stufen betreten werden. Vom Gipfel hat man einen Überblick über die gesamte Stadt. Der Hügel diente schon den Erbauern von Holguin als Aussichtspunkt, um die Stadt zu entwerfen. So erst war der geplante Aufbau der Stadt möglich.
Außerhalb der historischen Altstadt von Holguin im Osten der Stadt liegt der riesige Platz der Revolution. Er ist ein schönes Beispiel für sowjetische Betonarchitektur. Weite Teile des Platzes bestehen nur aus Teer und erinnern eher an eine Landebahn. Nur zu politischen Kundgebungen und bei Volksfesten füllt sich der Platz mit Leben. Am Rande des Platzes steht ein Denkmal für die Helden der kubanischen Unabhängigkeitskriege und das Mausoleum von Calixto Garcia sowie eine kleines Monument für seine Mutter.
Der zweite Hügel von Holguin liegt etwas weiter außerhalb der Stadt, etwa 10 Kilometer in südöstlicher Richtung. Vom Aussichtspunkt des Hügels hat man einen schönen Blick über das gesamte Tal, was von Obstplantangen dominiert wird und kann in der Ferne Holguin überblicken.
Provinz: holguin