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Guantánamo

GuantanamoEine der wohl berühmtesten Städte Cubas ist Guantánamo – bekannt durch das Lied Guantanamera und die gar nicht in der Stadt liegende US-Marinebasis. Gäbe es beides nicht, wäre Guantánamo wohl nur Kubanern und Musikexperten ein Begriff.

Als Stadt für Musik ist Guantánamo bekannt wegen des Changuís, einer Variation des Son. Dieser stammt aus den Kaffeplantagen der umliegenden Berge. Bekanntester Vertreter des Changuís ist der Musiker Helio Revé. Das Lied Guantanamera stammt von Joseíto Fernández. Er schrieb es in den 1940er Jahren und ist gewidmet einem stolzen Mädchen der Stadt, was seine Avancen ignorierte. Irrtümlicherweise wird das Lied auch vielfach José Martí zugeschrieben. Vielmehr wurden aber später einige Verse aus José Martís Versos Sencillos auf die Musik von Guantanamera umgeschrieben.

Geschichte

Gegründet wurde Guantánamo 1796 durch französische Siedler, die vor den Sklavenaufständen in Haiti nach Cuba geflohen waren. Diese brachten den Kaffe- und Kakaoanbau mit, der in den umliegenden Bergen kultiviert wurde. Nach dem amerikanisch-spanischen Krieg zwangen die USA dann 1903 Cuba dazu, das so genannte Platt-Amendment zu unterzeichnen. Es enthielt das Recht der USA, in der Bucht von Guantanamo auf unbestimmte Zeit eine Militärbasis zu unterhalten. Die kubanische Regierung forderte die USA schon mehrfach zur Rückgabe auf. Der Vertrag ist jedoch nur mit beiderseitiger Zustimmung kündbar. Als Pachtzahlung muss die USA 2000$ pro Jahr entrichten. Diese Zahlung wird jedoch seit 1959 nicht mehr von der kubanischen Regierung angenommen. Das Gebiet um die Militärbasis ist hermetisch abgeriegelt mit einem 27 Kilometer langen Zaun. Seit den Anschlägen auf das World Trade Center wird in der US-Militärbasis auch ein Gefangenenlager unterhalten, in denen gegnerische Kombattanten aus dem Krieg gegen den Terror festgehalten werden, um sie außerhalb der US-Justiz und internationalem Recht festhalten zu können. Als eine der ersten Amtshandlungen hat Präsident Barrack Obama die Auflösung des Gefangenenlagers für Ende 2009 angekündigt.

Sehenswürdigkeiten von Guantánamo
Parque Martí und die Parroquial de Santa Catalina de Riccis

Die Altstadt von Guantánamo besteht vor allem aus dem zentralen Platz des Parque Martí. An diesem steht auch die wichtigste Kirche der Stadt mit der Parroquial de Santa Catalina de Riccis. Sie wurde 1868 eingeweiht. Auf dem Platz selbst befindet sich eine Statue von 1926. Sie zeigt den General Pedro A. Pérez.

Museo Provincial de Guantánamo

In dem im Kolonialstil erbauten alten Gefängnis der Stadt befindet sich heute das Museo Provincial, welches die Geschichte der Stadt und Provinz Guantánamo aufzeigt.

Museo Zoológico de Piedra

Entfernt man sich rund 20 Kilometer von Guantánamo in Richtung der östlich gelegenen Kaffeanbaugebiete Lomas de Yateras, findet man das Freilichtmuseum Museo Zoológico de Piedra vor. Geschaffen wurde es von Angel Inigo, einem Bauern und Bildhauer. Er legte einen Park an, indem er seit 1978 ca. 40 Figuren aus Stein ausstellt, darunter Löwen, Schlangen, Tapire, Büffel, Nashörner und Gorillas.

Mirador Los Malones

US Navel Base Guantanamo BayAn der Bucht von Guantánamo (die Stadt liegt nicht direkt am Meer) befinden sich die zwei Häfen Caimanera und Boquerón. Sie liegen etwas 20 Kilometer südlich von Guantánamo. Caimanera ist dabei militärisches Sperrgebiet. Dieses und auch das in dieser gelegene Hotel Caimanera können mit einer Sondererlaubnis besucht werden. Die US-Militärbasis kann von Cuba aus nicht besucht werden. Man kann jedoch einen Blick darauf werfen und zwar vom Mirador Los Malones aus. Dieser liegt auf einem Hügel, ca. 24 Kilometer östlich von Guantánamo an der Straße nach Baracoa. Er dient auch den kubanischen Behörden als Spionagebasis. Aber auch der Besuch des Aussichtspunktes ist limitiert. Besucher können sich bei der Gaviota Reiseagentur in Santiago de Cuba oder im gleichnamigen Hotel in Guantanamo anmelden. Es werden nur begleitete Touren angeboten. Hat man das Tor zur kubanischen Militärzone passiert, fährt man zunächst 10 Kilometer durch Wälder. Dann macht man einen Zwischenstopp an einem unterirdischen Museum. Hier wird die Geschichte zur Entstehung der US-Marinebasis erklärt und man sieht ein Modell der Anlage. Über Treppen oder einen Lift geht’s dann zum Aussichtspunkt oben auf dem Hügel. Oben auf dem Hügel gibt es dann ein kleines Restaurant, was die ganze Situation noch skurriler erscheinen lässt. Über ein Teleskop kann man dann die US-Basis betrachten. Fotos und Filme sind im begrenzten Maße auch erlaubt (von den Amerikanern, nicht aber von den kubanischen Militärgebäuden).

Provinz: guantanamo

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