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Santa Clara

Memorial Commandante Ernesto Che Guevara in Santa Clara, CubaObwohl Santa Clara mit ihrer Gründung im Jahre 1689 zu den jüngeren Städten in Cuba gehört, so ist sie dennoch eine der bekanntesten Städte Cubas und untrennbar verbunden mit dem Comandante Ernesto Che Guevara, dessen Grabmal sich hier befindet.

Heute ist die Stadt mit ihren 202.000 Einwohnern ein eher beschauliches Universitätsstädtchen, gelegen nördlich der Sierra Escambray. Hauptader der Stadt ist der Boulevard Calle Independencia, der mit Gebäuden in hübscher Kolonialarchitektur gesäumt ist und in den Parque Vidal mündet.

Geschichte

Die Gründung der Stadt erfolgte am 15. Juli 1689 und somit etwas später als die Küstenstädte Cubas. Gegründet wurde die Stadt von Einwohnern der Stadt Remidios, die sich vor den ständigen Piratenüberfällen im Landesinneren in Sicherheit bringen wollten.

Santa Clara war in den folgenden Jahrhunderten Hauptstadt der alten Provinz Las Villas, aus der im Zuge der Verwaltungsreform die Provinzen Sancti Spiritus, Villa Clara und Cienfuegos hervorgingen.

Weltruhm erlangte Santa Clara jedoch erst 1958: Es waren die letzten Tage der Revolution, als die Guerilleros des „Movimento 26 de Julio“ unter ihrem Comandate Ernesto Che Guevara die Stadt stürmten und eroberten, die letzte Bastion des Diktators Batista. Am 29. Dezember 1958 griffen die Kämpfer Che´s den Tran Blindado an, einen Zug voll beladen mit Waffen, die die Wende im Kampf gegen die Revolution für Batistas Soldaten im Osten Cubas bringen sollte. In einem mehrstündigen Gefecht eroberten die Guerilleros den Zug und schließlich auch Santa Clara. Zwei Tage später floh Batista aus Cuba. Noch heute wird die Stadt „Stadt der heroischen Guerilleros“ genannt.

Sehenswürdigkeiten von Santa Clara
Museo y Monumento Memorial Commandante Ernesto Che Guevara

Museo y Monumento Memorial Commandante Ernesto Che GuevaraDie Hauptattraktion Santa Claras liegt etwas außerhalb am Plaza de la Revolution: Das Museo y Monumento Memorial Commandante Ernesto Che Guevara. Erbaut wurde das Denkmal anlässlich des 30. Jahrestages der Schlacht von Santa Clara. Das vom Architekten Jorge Cao Campos und dem Bildhauer José Delarra entworfene Denkmal wurde am 28. Dezember 1958 enthüllt.

Das Monument besteht aus einer 6 Meter hohen Bronzestatue Ernesto Che Guevaras, die diesen in voller Kampfmontur mit eingegipstem Arm (diesen hatte er sich in der Schlacht um Santa Clara gebrochen) zeigt. Daneben befindet sich ein Flachrelief, welches Kampfszenen aus seinem Leben zeigt. Eingraviert sind Zitate Che Guevaras aus seinem Abschiedsbrief, den er vor seinen Aufbruch nach Bolivien verfasst hat.

Auf der Rückseite des Monuments gelangt man zum unterirdischen Teil. Dieser besteht zunächst aus einem Museum, entworfen von Blanca Hernández Guivernau. Es werden persönliche Gegenstände, chronologisch sortiert, aus Ches Leben gezeigt. Zu diesen gehören u.a. sein Pistolenhalfter, seine Uniform, seine Mütze und sein Telefon.

Der jüngste Teil des Monuments ist das Mausoleum. Im Juli 1997 wurde Che Guevaras Leiche aus Bolivien nach Cuba überführt und seine Überreste und die von seinen Kameraden im Mausoleum beigesetzt. Ebenfalls hier beigesetzt sind die Gebeine Tamara Bunkes, die aus der DDR stammte und die einzige Frau war, die sich Ches Kampf in Bolivien anschloss. Insgesamt sind hier 38 Kampfgefährten Ches beigesetzt. Das Mausoleum ist einer Höhle nachempfunden und beinhaltet die Gradkammern Ches und seiner Kameraden sowie ein ewiges Feuer.

Parque Leoncio Vidal

Mitten im Herzen von Santa Clara liegt der Parque Leoncio Vidal. Er wurde 1925 erbaut und strahlt mit seinen Blumenbeeten und den schmiedeeisernen Geländern und Laternen noch heute die Atmosphäre von damals aus. Im Park befindet sich ein Obelisk, der von Martha Abreu de Estévez im Gedenken an die Priester Juan de Conyedo und Hurtado de Mendoza gestiftet wurde. Viele weitere Gebäude der Stadt wurden von der reichen Erbin gestiftet. Ebenfalls im Park befindet sich eine Büste Lencio Vidals, ein Oberst der nationalen Befreiungsarmee, der 1896 fiel. Weitere Brunnen und Statuen, u.a. der Nino de la Bota (Kind mit Stiefeln), befinden sich im Park.

Teatro de la Caridad

Das von außen wuchtig wirkende Theater wurde 1885 eröffnet. Die Entwürfe stammen vom Ingenieur Herminio Leiva y Aguilera. Gestiftet wurde es von Martha Abreu de Estévez. Der Gebäudekomplex bestand nicht nur aus dem Theater, sondern enthielt auch einen Barbier, einen Ballsaal, eine Spielhalle, ein Cafe und ein Restaurant. Es war als wohltätiges Projekt konzipiert: Alle Einnahmen sollten den Armen der Stadt zu Gute kommen, daher auch der Name „Theater der Wohltätigkeit“.

So schlicht das Äußere des Teatro de la Caridad ist, so verziert und verspielt ist das Innere. Es ist mit zahlreichen Gemälden und Kandelabern ausgestattet. Der Zuschauersaal besitzt drei Ränge, die mit schmiedeeisernen Geländern verziert sind. Die Deckenfresken stammen vom spanisch-philippinischen Maler Camilo Salaya und zeigen Allegorien über Genie, Ruhm und Geschichte.

Museo de Artes Decoratives

Das Museo de Artes Decoratives ist untergebracht in einem Gebäude aus dem Jahre 1810. Es zeigt Möbel und Einrichtungsgegenstände aus dem 18. Bis 20. Jahrhundert. U.a. werden die Stiftungsgegenstände der Lyrikerin Dulce Maria Loynaz gezeigt, darunter zwei Gefäße aus Sèvres Porzellan.

Tren-Blindado Denkmal

Das Tren Blindado Denkmal widmet sich der Schlacht vom 28. Dezember 1958, als es Che Guevara und mit ihm 300 Kämpfern gelang, die mit 3000 Soldaten stark befestigte Stadt zu erobern und den Zug Blindado zum entgleisen zu bringen, der Soldaten und Waffen zur Bekämpfung der Revolution im Osten des Landes bringen sollte. Das Denkmal an die Schlacht stammt von José Delarra. Am Denkmal können die Abläufe der Schlacht nachvollzogen werden. Ausgestellt sind u.a. vier der Orginalwaggons sowie der Bagger, mit dem die Guerilleros die Gleise entfernten und somit den Zug zum entgleisen brachten.

Parque Tudury

An dem auch Parque El Carmen genannten Parque Tudury steht die 1756 erbaute Kirche Iglesia die Nuestra Senora del Carmen. Vor der Kirche befindet sich ein Denkmal aus dem Jahre 1951, welches an die Gründung der Stadt erinnert. Das Denkmal umschließt einen Tamarindenbaum, an welchem am 15. Juli 1689 die erste Messe der Stadt abgehalten wurde. Es besteht aus 18 Säulen, in welche die Namen der ersten 18 Familien eingraviert sind, die sich in Santa Clara niederließen.

Provinz: Villa Clara

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