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Habana (Havanna)

Skyline von HavannaHavanna ist mit 2.200.000 Einwohnern nicht nur die Hauptstadt von Cuba, sondern auch die Viertgrößte Metropole der Karibik. Havanna ist eine Stadt voller Leben und gleichzeitig auch das vielleicht größte Freilichtmuseum der Welt.

Sagenhaft reich im 19. Jahrhundert und dann durch die Revolution wie eingefroren in vergangener Zeit präsentiert sich die Stadt. Havanna ist nicht nur die Hauptstadt von Cuba, sondern auch der wichtigste Hafen der Insel und das kulturelle Zentrum von Cuba. Im Spanischen heißt die Stadt Habana  oder offiziell Ciudad de La Habana. Gelegen ist Havanna an einer Bucht. Die Stadt erstreckt sich mittlerweile zu beiden Seiten der Bucht. Havanna besitzt drei große Häfen mit dem Marimelena, dem Guanabacoa und dem Atarés. Durch die Stadt fließt von Süden nach Norden der Fluss Almendares. Nördlich der Stadt liegt die Straße von Florida.

Schon im Jahr 1592 erhielt Havanna von König Philip II. von Spanien das Stadtrecht. Seit 1953 residierte der spanische Gouverneur nicht mehr in Santiago de Cuba sondern in Havanna, was die Stadt de facto zur Hauptstadt machte. Im 16. Jahrhundert wurde Havanna immer wieder von englischen, französischen und holländischen Piraten angegriffen, so dass man im 17. Jahrhundert die Stadt zu einer der am stärksten befestigten Städte der Neuen Welt ausbaute. Die Bedeutung der Stadt wurde in einem königlichen Dekret von 1634 herausgestellt, als die Stadt den Titel „Schlüssel zur Neuen Welt und Bollwerk von Westindien“ erhielt.

Geografisch liegt die Stadt an einer Bucht mit einem schmalen Zugang zum Meer. Das Stadtgebiet ist eher flach. Anhebungen sind einerseits am Ostufer der Bucht zu finden, wo das Castillo del Morro steht und im Stadtteil Vedado, wo die Universität auf einem Hügel steht. Klimatisch liegt Havanna in einer subtropischen Zone, so dass das Wetter ganzjährig sehr mild ist mit einer Regenzeit im Spätsommer. Im Herbst wird Cuba oft von verheerenden Hurrikans heimgesucht. Da diese jedoch zumeist an der Südküste von Cuba auf Land treffen und sich dann abschwächen, sind die Schäden durch Hurrikans in Havanna geringer als in anderen Landesteilen.

Blick auf Havanna mit vielfach verfallenen GebäudenDie Entwicklung der Stadt kann an den einzelnen Stadtteilen gut nachvollzogen werden. Die Stadt hat sich dabei vor allem von der Bucht von Havanna aus in Richtung Westen entwickelt. Direkt am Westufer von Havanna liegt der älteste Stadtteil mit Habana Vieja. Hier stehen vor allem Gebäude ab dem 16. Jahrhundert bis zum beginnenden 19. Jahrhundert. Nachdem in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Stadtmauer abgerissen wurde, kam der Stadtteil Centro hinzu, in dem sich vor allem Gebäude aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert und dem beginnenden 20. Jahrhundert befinden. Westlich von Centro Habana befindet sich der Stadtteil Vedado, der vor allem in der Mitte des 20. Jahrhunderts bebaut wurde und heute das kommerzielle Herz der Stadt ist. Jenseits dieser drei zentralen Stadtteile befinden sich zumeist Wohnorte neueren Datums. Im Süden der Stadt befindet sich zudem der industrielle Teil von Havanna.

Architektonisch bietet Havanna alle Stile seit dem 16. Jahrhundert. Durch den wirtschaftlichen Verfall nach dem Zuckerboom und auch durch die sozialistische Revolution, wurden viele Gebäude erhalten. In den letzten Jahren wurden viele Gebäude der Stadt aufwendig saniert.

Catedral de San Cristobal in Habana ViejaVor allem im Stadtteil Vieja dominieren der koloniale Baustil und der Barock. Die verschiedenen Festungen aus dem Verteidigungssystem der Stadt  aus dem 16. bis 18. Jahrhundert sind noch erhalten. Die Architektur ist vor allem spanisch mit Einflüssen aus dem italienischen, griechischen und römischen. Ein gutes Beispiel für die spanische Architektur gibt das Convento de Santa Clara. Der barocke Stil der Stadt lässt sich am Besten an der Plaza de Catedral erleben.

Im Stadtteil Centro sind viele Gebäude im neoklassischen Stil errichtet. Hier lässt sich auch am Besten der Einfluss spanischer Immigranten beobachten, die Stilelemente aus der Architektur von Sevilla und Granada mitbrachten, u.a. Elemente aus dem mudéjar-Stil. Am Palacio Aldama lässt sich zudem der Einfluss französischer Architektur sehen. 1925 zog es Jean-Claude Nicolas Forestier nach Havanna. Er war zuvor der Kopf der Städteplanung von Paris. Er beeinflusste vor allem die Entwicklung im Stadtgebiet von Vedado.

Zusammen mit Buenos Aires entwickelte sich in Havanna  Anfang des 20. Jahrhunderts zudem die Blütezeit des Art-Nouveau, des Art-decó und der eklektischen Bauweise. Vor allem Teile des Stadtteils Vedado und die neueren Ansiedlungen wie Miramar werden durch diese Stile geprägt. Beispiele für die Art-Nouveau sind der Bahnhof von Havanna, die Universität oder auch das Capitolio, alle entstanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beispielhaft für den Art-decó Stil können das Edificio Barcardí oder auch das Hotel Nacional de Cuba genannt werden.

Die meisten Gebäude im Stil der Moderne entstanden in den 50er Jahren unter Diktator Batista. Viele Persönlichkeiten und auch Gangster aus den USA zog es damals nach Cuba. Sie wollten Havanna zu einem zweiten Las Vegas machen. Es entstanden in dieser Zeit viele Bürokomplexe und Apartmenthäuser. Ein Beispiel für den Modernen Stil liefert das Hotel Cuba Libre in Vedado oder auch das Edificio Focsa. Zu dieser Zeit war Havanna die Stadt der Hotels, Casinos und Shopping Center.

In den Jahren nach der Revolution kamen im Stadtzentrum von Havanna nur sehr wenige Gebäude hinzu. Vereinzelt sieht man jedoch sehr schöne Beispiele der ganz speziellen sozialistischen Betonarchitektur der Sowjetunion.

Kulturelle bietet Havanna ein reichhaltiges Angebot an Museen, Palästen, Plätzen, Avenidas, Kirchen, Festungen, Ballettheatern, Opern, Musikfestivals und Ausstellungen.

Gran Teatro Nacional von HavannaAm dichtesten ist das kulturelle Leben der Stadt im Stadtteil Vieja, der Altstadt. Die Altstadt von Havanna stellt das größte, zusammenhängende Gebiet an kolonialer, barocker und neoklassischer Architektur in Lateinamerika dar. Das Gebiet um den Hafen von Havanna, in welchem auch die Schatzflotten der spanischen Armada Halt machten, ist schon weitgehend restauriert, nachdem weite Teile im 20. Jahrhundert komplett verfallen waren. Zentrum des kulturellen Lebens von Habana Vieja ist die Plaza de Armas und die Plaza de Catedral. Seit 1982 ist die komplette Altstadt von Havanna auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

An Habana Vieja grenzt mit dem Barrio Chino, der Chinatown von Havanna, dass größte chinesische Viertel in Lateinamerika an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog es tausende chinesische Arbeiter aus Hong Kong, Macau und Taiwan nach Cuba. Viele der Chinesen blieben dauerhaft in Havanna. Das Chinaviertel boomte und es entstanden viele Restaurants, Banken, Apotheken und Theater in dem Viertel. Es gibt sogar eine chinesisch sprachige Zeitung in Havanna. Die Architektur ist jedoch im chinesischen Viertel nicht so asiatisch geprägt, wie man das von Chinatowns in anderen Großstädten her kennt.

Havanna hat ein reiches Angebot an Museen für bildende Kunst. Neben dem Museum für dekorative Künste ist hier vor allem das Museo de Bellas Artes  zu nennen, welches sich über zwei Gebäude, dem Palacio de Bellas Artes und den Palacio del Centro Asturiano, erstreckt und eine große Sammlung kubanischer und internationaler Künstler beinhaltet. Verschiedene Museen in Havanna beschäftigen sich zudem mit dem afrokubanischen Erbe von Cuba, z.B. die Casa de Africa. Die Geschichte der Revolution anhand von Fotos und Dokumenten verfolgt man am besten im Museo de la Revolucíon. Insgesamt besitzt Havanna rund 50 Museen.

An Aufführungen kultureller Art in Havanna ist zunächst einmal das Gran Teatro Nacional de Havanna zu nennen, in welchem das Nationalballett von Cuba beheimatet ist. An vielen weiteren kulturellen Begegnungsstätten in Havanna werden zudem Ballettaufführungen, Theateraufführungen und   Musikfestivals abgehalten.

Petrochemische Industrie in der Bucht von HavannaÖkonomisch gesehen ist Havanna das wichtigste Industriezentrum von Cuba. Der Hafen von Havanna ist einer der bedeutendsten Zuckerhäfen der Welt. Zudem liegen an der Bucht von Havanna auch petrochemische Industrien und eine Schiffswerft. Im Industriegürtel von Havanna sind vor allem Industrien aus dem Bereich Lebensmittel, Fischerei, Pharmazie, Chemie und Textil angesiedelt. Hinzu kommt natürlich die Tabakindustrie und Rumproduktion, für die Cuba weltberühmt ist. Insgesamt gehen rund 50% der Ex- und Importe Cubas über Havanna. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 kam es jedoch zu einem massiven Einbruch der industriellen Produktion in Cuba. Durch das scharfe US Embargo wurde die Situation noch verschärft. Daher konzentrierte sich die Regierung von Cuba seit Beginn der 90er Jahre auf den Ausbau der touristischen Industrie. Diese ist heute der wichtigste Wirtschaftszweig von Havanna. Der Tourismus war schon einmal von etwa 1915 bis 1930 und dann später noch einmal in den 50er Jahren ein sehr bedeutender Wirtschaftszweig von Cuba. Nach der Revolution von 1959 und dem Embargo der USA von 1961 brach der Tourismus dann völlig zusammen. Nach der wirtschaftlich schweren Zeit der 70er Jahre, änderte Fidel Castro 1982 das Gesetzt bezüglich ausländischen Kapitals für den Tourismusbereich. Ab da waren Investitionen in die daniederliegende Tourismusindustrie möglich, wobei ein wirklicher Ausbau des Tourismussektors erst ab 1989 erfolgte. Durch gewaltige Investitionen der kubanischen Regierung wurde der Tourismus schließlich 1995 zur wichtigsten Einnahmequelle von Devisen. Der Sektor des Handels und des Finanzsystems ist komplett in Hand der kubanischen Regierung. Die wichtigsten Handels- und Finanzinstitute von Havanna liegen im Stadtteil Vedado. Banken, Fluggesellschaften, Geschäfte und Handelszentren sind im Staatsbesitz. Den Kubanern ist es allerdings mittlerweile erlaubt, kleinere Geschäfte als Privatbesitz zu gründen.

OldtimerEbenfalls im Staatseigentum sind alle öffentlichen Transportmittel. Havanna besitzt einen internationalen Flughafen mit dem José Martí International Airport. Dieser liegt etwa 11 Kilometer außerhalb von Havanna. Züge fahren von Havanna aus in alle Provinzen der Insel. Busse verkehren ebenso in Havanna. Eine Metro gibt es nicht. Der Verkehr in Havanna ist nicht sehr dicht, da die meisten Menschen kein Auto besitzen. Man sieht noch viele Straßenkreuzer aus den 50er Jahren auf den Straßen von Havanna herumfahren. Das mieten eines Autos ist problemlos, allerdings kann es bisweilen mal zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung kommen. Im Stadtzentrum sind zudem viele Taxen zu finden.

Die Sicherheit vor allem der ausländischen Gäste der Stadt wird besonders groß geschrieben. Die meisten öffentlichen Gebäude der Stadt sind von Sicherheitspersonal und auch Militär geschützt. Auf den Straßen verkehren sehr viele Polizisten, so dass an fast jeder Straßenkreuzung mindestens ein Polizist steht. Viele Sicherheitsleute laufen zudem in zivil durch das Stadtzentrum. Im Stadtzentrum kann man sich somit sehr sicher bewegen und ist unter ständiger Beobachtung der Administration. Gewaltverbrechen sind somit eher eine Seltenheit in Havanna, allerdings sollte man acht geben vor Taschendieben. Trotz der Präsenz der Sicherheitsbehörden werden einem auf den Straßen von Havanna immer wieder Dinge wie Zigarren, Chicas und Drogen angeboten. Von diesen Angeboten sollte man freundlich aber bestimmt Abstand nehmen.

Demografisch sind die Bewohner Havannas mehrheitlich spanischer Abstammung. Vor allem im 18. Und 19. Jahrhundert siedelten viele Spanier aus Galizien, Katalonien und von den Kanaren nach Cuba über. Hinzu kommt ein großer Anteil an Menschen mit afrikanischen Vorfahren. In den Jahren des Zuckerbooms arbeiteten Millionen von afrikanischen Sklaven auf den Zuckerfeldern von Cuba. In den letzten Jahrzehnten kamen zudem einige Einwohner aus den Ländern des Ostblocks nach Cuba. Anfang des 20. Jahrhunderts etablierte sich auch eine große chinesische Gemeinschaft in Havanna. Die meisten Einwohner von Havanna sind katholischen Glaubens. Bei den Einwohnern afrikanischer Abstammung vermischt sich der katholische Glaube oft mit afrikanischen Glaubensrichtungen, wie dem santería. Zudem gibt es eine Minderheit jüdischen Glaubens. Diese kamen vor allem in den 30er und 40er Jahren nach Cuba, als sie vor der Nazi Diktatur flohen.

Die Bildung an Schulen steht allen Kubanern offen und erreicht ein durchaus hohes Niveau. Die Bildung ist komplett kostenlos. Ebenso auch die Bildung an höheren Schulen wie der Universität von Havanna, die weltweit geachtet ist. Ebenso auf hohem Niveau und kostenlos ist die Gesundheitsversorgung durch Krankenhäuser, Polikliniken und Apotheken. Diese ist jedoch für Ausländer nicht kostenlos. Die Wasserversorgung in Havanna ist sehr gut, allerdings kann es bei der Stromversorgung gelegentlich zu Ausfällen kommen. Viele der Hotels besitzen jedoch Notstromaggregate. Das Netz für Erste Hilfe und die Feuerwehren sind sehr dicht in Havanna, so dass Hilfe in wenigen Minuten vor Ort ist. Sportlich bietet Havanna neben den Sportaktivitäten an den Stränden vor allem Baseball. Es gibt mehrere Baseballstadien in der Stadt, das größte ist das Estadio Latinoamericano. Der Eintritt ist frei.



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