San Juan de Díos de Cárdenas, wie Cárdenas mit vollem Namen heißt, ist eine Küstenstadt an der Straße von Florida mit rund 100.000 Einwohnern. Die Stadt ist die nächstgelegene Stadt zum Ferienparadise Varadero.
Die rund 18 Kilometer von Varadero entfernte Stadt Cárdenas ist keine sonderlich aufregende Stadt. Durch die späte Gründung weißt Cárdenas einen sehr geplanten, symmetrischen Grundriss aus. Der Hafen von Cárdenas hat noch immer eine hohe Bedeutung. Zudem liegt in der Nähe der Flughafen, der Varadero versorgt. Viele der Einwohner arbeiten auch in der Tourismusindustrie. Dass Cárdenas rückständig wirkt, sieht man vor allem an den vielen Pferdekutschen in der Innenstadt, die hier noch eines der wichtigsten Transportmittel sind.
Die Gründung von Cárdenas datiert auf das Jahr 1828. Schnell wurde die Stadt mit ihrem Hafen zu einer der wichtigen Boomstädte der Zuckerindustrie des 19. Jahrhunderts. Schon 1841 erhielt die Stadt einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. In der Frühphase der kubanischen Unabhängigkeitsbewegung besetzte Narcisco López die Stadt und hisste hier erstmals die kubanische Flagge. Nach ein paar Stunden gab er jedoch auf, da die Bevölkerung die Unabhängigkeit noch nicht unterstützte. Am 11. Mai 1898 war die Bucht von Cárdenas Schauplatz des amerikanisch-spanischen Krieges, wo mit Worth Bagley der einzige US-Navy Offizier dieses Krieges starb. Vom einstigen Glanz zeugt heute nur noch eine große Rumfabrik vor den Toren der Stadt.
Einer der beiden großen Plätze der Stadt ist der Parque Colón. In der Platzmitte steht die erste Statue von Christopher Kolumbus, die in Cuba aufgestellt wurde. Sie wurde 1862 durch die spanisch-kubanische Autorin Gertrudis Gómez de Avellaneda eingeweiht.
Die klassizistische Kirche von Cárdenas stammt aus dem Jahr 1846. Vor der Kirche steht die Bronzestatue von Kolumbus.
Das Dominica-Gebäude war Sitz des spanischen Gouverneurs in Cuba. 1850 wurde hier das erste Mal durch kubanische Nationalisten unter der Führung von Narciso López die kubanische Flagge gehisst.
Der zweite große Platz von Cárdenas ist der Parque Echevarría. Schönstes Gebäude am Platz ist ein klassizistischer Bau von 1862, der zunächst als Gefängnis diente. 1900 wurde es zum Museo Municipal Oscar María de Rojas umfunktioniert. Damit ist es das älteste Stadtmuseum Cubas. Es zeigt Münzen, Waffen, Muscheln und Mineralien.
José Antonio Echevarría war einer der bedeutenden Persönlichkeiten der kubanischen Revolution. Er wurde 1932 in Cárdenas geboren und war Vorstand der Studentenvereinigung. Diese führte verschiedene Kampagnen gegen das Batista Regime. 1957 wurde Echevarría schließlich von der Polizei ermordet. In seinem Geburtshaus befindet sich ein kleines Museum, welches einen Einblick in die kubanische Revolution gewährt. Zudem werden persönliche Gegenstände von Echevarría und auch von José Martí ausgestellt.
Provinz: matanzas