Bayamo mit seinen rund 220.000 Einwohnern ist die zweitälteste Stadt Cubas und ist Hauptstadt der Provinz Granma. Durch die lange Tradition von Aufständen wird die Stadt auch „Die Rebellische“ genannt.
Bayamo ist eine eher modernere Stadt Cubas, da Große Teile der Stadt 1869 abgebrannt sind. Bis 1975 lag sie in der Provinz Oriente, bevor sie dann nach der Verwaltungsreform Hauptstadt von Granma wurde. Zentrum der Stadt ist der Plaza de la Revolution, der aber eher unter dem Namen Parque Céspedes bekannt ist. Benannt ist dieser zentrale Platz von Bayamo nach dem berühmtesten Sohn der Stadt, dem Unabhängigkeitskämpfer Manuel Céspedes.
Nach Baracoa gründete Diego Velázquez Bayamo 1513 als zweite der sieben Villas. Sie sollte das Hinterland kontrollieren, vor allem die nahegelegene Sierra Maestra, in der reiche Goldvorkommen vermutet wurden. Doch schon im 16. Jahrhundert wurde der Grundstein gelegt für den Ruf Bayamos als rebellische Stadt: Die hier ansässigen Indianer unter Häuptling Hatuey leisteten den spanischen Eroberern heftigen Widerstand. Wenig später sorgte ein Vorkommen für Aufsehen: Der Legende nach erschlug der afrikanische Sklave Salvador Galomon den französischen Freibeuter Gilberto Girón. Dieser hatte zuvor den Bischof Fray Juán de las Cabezas Altamirano entführt. Galomon präsentierte den abgeschlagenen Kopf des Piraten auf dem Marktplatz von Bayamo. Diese Legende war auch Vorlage für das Werk Espejo de Paciencia von Silvestre de Balboa. Es gilt als erstes literarisches Werk Cubas.
Seinen legendären Ruf erhielt Bayamo endgültig durch die Unabhängigkeitskriege. Die örtlichen Nationalisten, unter ihnen Juan Clemente Zenea, Carlos Manuel de Céspedes, Pedro Figueredo, Jose Fornaris und Jose Joaquin Palma, eroberten am 20. Oktober 1868 Bayamo und erklärten die Stadt zur Hauptstadt der Republik. Als 12. Januar 1869 spanischen Truppen vor den Toren Bayamos standen, brannten die Einwohner die Stadt fast komplett nieder. Dadurch finden sich heute nur noch sehr wenige Gebäude vor dieser Zeit. Bayamo erlangte aber spätestens damit den Ruf als Wiege des Nationalismus und Ausgangspunkt politischer Revolten. La Bayamesa wurde schließlich zur Nationalhymne Cubas.
Der Parque Céspedes ist das Herz der Stadt. Es ist ein belebter Platz, an dem fast alle wichtigen Gebäude der Stadt stehen, wie die Casa de la Cultura, das Hotel Royaltón, der Poder Popular (Volksversammlung) und das traditionsreiche Café Pedrito. Dominiert wird der Platz von einem Denkmal an den Plantagenbesitzer und großen Helden der Unabhängigkeitskriege Carlos Manuel de Céspedes.
Direkt neben dem Parque Céspedes steht die Plaza del Himno. Sie wurde zu Ehren der kubanischen Nationalhymne Bayamesa benannt, die hier am 20. Oktober 1868 erstmals gespielt wurde. Eine Bronzestatue gedenkt daran. Auf einer Tafel sind der Text und die Noten von Perucho Figueredo eingraviert. Eine Büste von Figueredo steht neben der Flagge der Nationalisten.
Der kleine Parque Maceo Osoria hieß zuvor Parque de San Francisco. Er liegt nördlich der Plaza de la Revolution. Am Platz liegt die Casa de la Trova Olimpio La O, eines der letzten Gebäude von Bayamo, das noch aus dem 18. Jahrhundert stammt. Hier findet auch oft Livemusik statt.
In diesem Gebäude, dass direkt am Parque Céspedes steht, wurde mit Carlos Manuel de Céspedes einer der bedeutendsten Kämpfer der ersten Unabhängigkeitskriege im April 1819 geboren. Das Geburtshaus ist ein hübscher, zweistöckiger Bau. Im Erdgeschoss werden die wichtigsten Stücke der Céspedes Sammlung ausgestellt. Die Sammlung zeigt Dokumente und persönliche Gegenstände von Céspedes, darunter auch sein Schwert aus Bronze und Stahl. Im oberen Stockwerk sind möblierte Räume zu sehen. Im Schlafzimmer steht ein Bronzebett mit Perlmuttmedaillons. Über die Galerie gelangt man in die Küche, in der noch der ursprüngliche Keramikofen steht.
Die größte Kirche von Bayamo ist die Parroquial Mayor de San Salvador. Als die Einwohner 1869 die Stadt niederbrennen wollten, sollten eigentlich die Heiligenbilder der Kathedrale in Sicherheit gebracht werden. Doch das lief schief und nur das Taufbecken, in dem auch Céspedes getauft wurde, und die Capilla de los Dolores, eine Kapelle aus dem Jahr 1740 mit einem Bild der Jungfrau Maria und ein Altarbild aus vergoldetem Holz, überlebten das Flammeninferno. 1916 wurde die Erlöserkirche durch Bischof Guerra wieder aufgebaut. Das ursprüngliche Gebäude stammt aus dem Jahr 1613. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche dreischiffig ausgebaut, mit zwei Chorräumen, neun Altären und schmiedeeiserner Kanzel. Die neu aufgebaute Kirche wurde am 9. Oktober 1919 geweiht. Sie besitzt einen Marmoraltar, ein Bildnis von Jesus dem Erlöser, was noch aus der Zeit vor dem Brand gerettet werden konnte, ein patriotisches Gemälde des Dominikaners Luis Desangles sowie Stuck und Fresken von Esteban Ferrer.
Provinz: granma