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Baracoa

Bucht von BaracoaAn der östlichsten Landzunge von Cuba gelegen, ist Baracoa zwar nicht die älteste Siedlung Cubas, jedoch als erste der von Diego Velazquez gegründeten Villas die älteste Stadt Cubas. Baracoa heißt in der Sprache Arauaca, einer Indianersprache, „Gegenwart des Meeres“.

Baracoa mit seinen rund 80.000 Einwohnern stellt sich selbst dar mit dem Slogan „Baracoa heißt Natur“. Baracoa ist die wohl grünste Stadt Cubas. Auf der einen Seite wird sie vom Meer begrenzt, auf der anderen Seite von dicht begrünten Hügeln, darunter die Sierra del Purial. Die üppige Vegetation der Umgebung wuchert weit in die Stadt hinein. Seit ihrer Gründung leben die Einwohner von dem, was die Natur hier so hergibt: Vom Fischfang, von der Holzwirtschaft und vom Anbau von Kakao, Bananen und Kokosnüssen. Die historische Altstadt von Baracoa ist nicht im Kolonialstil erbaut, sondern weißt einen wilden Stilmix aus klassizistischen Gebäuden und starken französischen Einflüssen auf. Die Isolation Baracoas über die Jahrhunderte macht die Stadt zu einer sehr traditionsbewussten Stadt. Das Umland von Baracoa ist eines der am besten erhaltenen Ökosysteme der Insel.

Geschichte

Gegründet wurde Baracoa am 15. August 1511 durch den ersten Gouverneur Cubas Diego Velazquez. Es war die erste von sieben Villas, die Velazquez im Auftrag der spanischen Krone gründete. Baracoa liegt an der Bahia de Miel (Honigbucht), die 19 Jahre zuvor als einer der ersten Buchten von Cuba durch Kolumbus entdeckt wurde und wo er erstmals kubanischen Boden betrat. Als erste Stadt Cubas war Baracoa auch die erste Hauptstadt Cubas. Doch der Standort der Stadt erwies sich schnell als Fehlgriff. Durch die dichtbewachsenen Hügel um Baracoa war die Bucht quasi abgeschnitten vom kubanischen Hinterland. Schon 1515 entschied sich Velazquez, seinen Wohnsitz und damit auch die Hauptstadt nach Santiago de Cuba zu verlegen. Baracoa war fortan aus dem Fokus geraten und geriet in eine lange Zeit der Isolation. Die Einwohner von Baracoa sicherten ihre Existenz mit illegalem Handel, vorbei an der spanischen Krone, mit Franzosen und Engländern. Einen kleinen Boom erlebte die Stadt im 19. Jahrhundert, als vor allem französische Siedler aus Haiti hierher übersiedelten und den Anbau von Kakao und Kaffe mitbrachten. In den Unabhängigkeitskriegen war Baracoa ein Rückzugsgebiet. Antonio Maceo und Jose Marti hielten sich teilweise hier auf. Erst in den 60er Jahren wurde eine Straße durch die Berge nach Baracoa gebaut. Die 120km lange La Farola führte erstmals über Land von Guantanamo nach Baracoa. Obwohl schon von Batista geplant, gilt die schwierige Strecke, deren höchster Punkt 600 Meter über den Meeresspiegel liegt und die elf Brücken besitzt, als Beispiel für die Errungenschaften der Revolutionäre.

Sehenswürdigkeiten von Baracoa
Castillo de Seboruco

Auf einem Hügel über der Stadt thront das Castillo de Seboruco, in welchem heute das Hotel El Castillo untergebracht ist. Von hier aus hat man einen wundervollen Blick über die Stadt und Bucht von Baracoa und auf den Felsen El Yunque.

Parque Central

Wie in den meisten Städten Cubas ist das Herz der Stadt ein zentraler Platz. Am Parque Central von Baracoa steht die Kathedrale der Stadt. Im Zentrum des Platzes steht eine Büste des berühmten Indianerhäuptlings Hatuey. Die wichtigsten kulturellen Gebäude der Stadt stehen direkt am Parque Central: Die Casa de la Trova, in der Livemusik stattfindet, der Fondo de Bienes Culturales, in welchem die Werke örtlicher Maler, Bildhauer und Handwerker gezeigt werden, und die Casa de la Cultura, ein Veranstaltungsgebäude im Kolonialstil. Direkt vom Platz ab geht die Calle Maceo, an welcher die Casa del Chocolate steht. In dieser kann heiße Schokolade aus dem berühmten Baracoa-Kakao verköstigt werden.

Catedral de Nuestra Senora de la Asunción

Catedral de Nuestra Senora de la AsunciónDie Kirche Nuestra Senora de la Asuncion ist eines der ältesten Gebäude Cubas. Sie wurde am 15. August 1511 eingeweiht. 1833 wurde die eher kleine Kathedrale komplett restauriert. Wichtigste Reliquie der Kirche ist das Cruz de la Perra. Das Holzkreuz gilt als ältestes Symbol des Christentums in der neuen Welt. Der Legende nach wurde es von Kolumbus mit auf seine erste Amerikareise genommen. Als er am 1. Dezember 1492 erstmals Cuba betrat, soll er es an der Stelle niedergelegt haben, wo später Baracoa gegründet wurde. Es verschwand zunächst unter ungeklärten Umständen. Später wurde es unter einem Weinstock (parra) im Garten eines Siedlers wiederentdeckt. Heute sind die Ecken des Holzkreuzes mit Metallbeschlägen versehen. Gläubige hatten früher Holzsplitter aus dem Kreuz gezogen und als Reliquien verehrt. Die Kathedrale ist nur unregelmäßig geöffnet. Eine Besichtigung kann mit dem Küster jedoch vereinbart werden.

Fuerte Matachín (Museo Provincial)

Das Fuerte Matachín ist eine kleine Festung aus der Kolonialzeit. Es sollte Schutz bieten vor den in diesen Gewässern aktiven Piraten. Noch heute sind die Kanonen der Festung vorhanden. In dem Bau befindet sich das Museo Provincial, welches sich um die Regionalgeschichte kümmert. Es zeigt Fundstücke aus der präkolumbianischen Zeit sowie aus der Zeit der spanischen Herrschaft. Es werden Dokumente, Karten, Gemälde und Drucke gezeigt, die die Geschichte der Piraten, Sklaven und Plantagen verdeutlichen. Im Naturwissenschaftlichen Teil des Museums werden Polymita-Schnecken und Almiquís gezeigt. Das Museum ist gleichzeitig auch ein Forschungszentrum für die regionale Kultur.

El Malecón

Der Malecón von Baracoa ist die alte Uferstraße. Sie erstreckt sich über die Länge der gesamten Altstadt. Sie beginnt beim Fuerte Matachín und endet am Fuerte de la Punta ganz im Westen der Stadt. Im Fuerte de la Punta befindet sich heute ein Restaurant. Die Uferstraße ist eine belebte Straße, die zum Bummeln einlädt. Samstag vormittags findet hier ein bunter Lebensmittelmarkt statt, abends wird die Uferstraße dann geschmückt für die noche baracoesa, einem Volksfest mit Tanz, Musik und Essen.

Hotel La Rusa

Am Malecon liegt das alte Hotel La Rusa. Es gehörte der russischen Prinzessin Magdalena Rowenskaja. Diese war nach der Oktoberrevolution 1917 aus Russland geflohen. Sie landete schließlich in Baracoa, gründete ein Restaurant und gab Gesangsunterricht. Sie war begeisterte Anhängerin der Revolution und gab Fidel Castro, Che Guevara und anderen Revolutionären Unterschlupf. Im Hotelfoyer gibt es eine kleine Ausstellung mit Fotos und persönlichen Gegenständen von Magdalena Rowenskaja. Das Werk Le Sacre du Printemps von Alejo Carpentier verewigte ihr Leben.

Provinz: guantanamo

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