Die im Stadtteil Vedado von Havanna liegende Plaza de la Revolution ist das politische, administrative und kulturelle Zentrum der Stadt. Dominiert wird der Platz vom 139 Meter hohen Turm des Memorial José Martí.
Angelegt wurde der weitläufige Platz 1952 vom Batista Regime, damals noch unter dem Namen Plaza Cívica. Nach dem Sieg Fidel Castros 1959 wurde der Platz dann in Plaza de la Revolution umbenannt. Umbaut ist die Plaza eher mit unspektakulären Gebäuden sowjetischer Prägung, also nichts für Liebhaber von schöner Architektur. Dennoch sollte man den Platz unbedingt beim Besuch von Havanna besuchen, ist er doch der zentrale Platz des revolutionären Cubas. Seit der Revolution fanden immer wieder große Massenkundgebungen und Feierlichkeiten hier statt, z.B. 1961 die Feierlichkeiten anlässlich des Kampfes gegen den Analphabetismus. Zu den Feierlichkeiten und Militärparaden strömen oftmals über 100.000 Menschen zusammen. Viele der Reden Fidel Castros wurden auf diesem Platz abgehalten. Die Offiziellen dieser Veranstaltungen nehmen dann auf einem Podium zu Füßen des Memorial José Martí Platz. Auch die Messe anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. mit tausenden von Gläubigen fand an diesem historischen Ort statt.
Das Memorial José Martí wurde zwischen 1953 und 1959 zum 100. Geburtstag des großen Helden der kubanischen Unabhängigkeit errichtet. Das Memorial liegt auf einem etwas 30 Meter hohen Hügel über der Plaza de la Revolution.
Zum Denkmal gehört eine 18 Meter große Statue von José Martí in meditativer Haltung. Sie wurde vor Ort behauen von dem Bildhauer Juan José Sicre und besteht aus weißem Marmor. Umgeben ist sie von sechs Halbsäulen. Dahinter ragt dann der 139 Meter hohe Turm in Form eines Obelisken auf. Der Turm stellt einen fünfzackigen Stern dar und besteht aus grauem Marmor, der von der Isla de la Juventud stammt. Im Inneren des Turms gibt es einen Lift, der einen zur obersten Plattform des Memorials in 139 Meter Höhe bringt. An klaren Tagen kann man von dort oben über ganz Havanna blicken. Die Aussichtsplattform ist der höchste Punkt in Havanna.
Im Turm selbst befinden sich mehrere Räume. Neben einem Konzertsaal, einem Lesungssaal und dem Sala de Actos befindet sich die Denkmalhistorie im Inneren des Turmes. In zwei der vier Räume der Denkmalhistorie werden Erinnerungsstücke an José Martí gezeigt. ´Der dritte Raum illustriert die Geschichte des Denkmals und des Platzes. Im vierten Raum finden Kunstausstellungen statt. Auf einem großen Wandgemälde wir die Philosophie von José Martí abgebildet.
Das eigentlich in einem hässlichen Betonklotz untergebrachte Innenministerium, ist doch eines der bekanntesten Gebäude Cubas: Die Fassade des Gebäudes wird fast völlig bedeck von einer Bronzestatue von Ernesto Che Guevara. Guevara war in den 60er Jahren eine Zeitlang Innenminister Cubas und hatte in dem Gebäude seine Büros. Das Bronzebildnis an der Fassade wurde 1995 fertiggestellt und zeigt das Konterfei Guevaras entsprechend des berühmten Fotos von Alberto Korda. Unterhalb des Bildnisses steht „Hasta la victoria siempre“, der berühmte Ausspruch Guevaras.
Im Gebäude des Kommunikationsministeriums befindet sich seit 1965 auch das Postmuseum. Anhand von Briefmarken wird die Geschichte Cubas von der Kolonialzeit, über die Unabhängigkeitskriege bis hin zurzeit nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa erzählt. Viele berühmte Persönlichkeiten wie Machado, Batista oder Che Guevara sind auf den Briefmarken abgebildet.
uriosität des Museums sind Exponate, die an die Postrakete erinnern. 1939 wollten einige Kubaner die Expressbeförderung von Post von Havanna nach Matanzas etablieren, indem sie eine mit Post gefüllte Rakete von Havanna nach Matanzas schießen wollten. Die Rakete explodierte jedoch kurz nach ihrem Start.
Der Palacio de la Revolution war bis 1958 das Justizministerium. Seit der Revolution beherbergt das Gebäude die Büroräume des Staatsrats, des Ministerrats und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Cubas. Am 22. Januar empfing Fidel Castro in diesem Gebäude auch Pabst Johannes Paul den II.
Die Nationalbibliothek Cubas besteht aus über zwei Millionen Büchern. Vor allem geisteswissenschaftliche Bücher sind in der Bibliothek zu finden. Durch Einsparungen und dem Embargo der USA wird allerdings die Einrichtung eines computergestützten Archivsystems verzögert, so dass das Auffinden der Bücher einigermaßen mühsam ist.
Das 1959 errichtete Nationaltheater ist das wichtigste Kulturgebäude Cubas. Die Fassade des Gebäudes ist eher konservativ und schlicht. Das Theater besitzt zwei große Säle: Der größere Saal, die Avellaneda, fasst 2500 Zuschauer, der kleinere Saal, der Covarrubia, fasst 800 Menschen. Der kleine Saal ist ausgestattet mit einem Wandgemälde des kubanischen Künstlers René Portocarrero.
Neben den Theateraufführungen finden auch Lesungen, Ballettaufführungen und Konzerte in dem Theater statt. Ergänzt wird das Theater um das Café Chantant, in dessen Pianobar es auch Live-Shows gibt.
Provinz: Ciudad de La Habana