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Península de Zapata

Flamingos auf der Halbinsel ZapataDie Península de Zapata ist eine Halbinsel im Süden von Cuba mit unberührter Natur und üppiger Vegetation. Benannt wurde sie nach dem Grundbesitzer, der diese 1636 von der spanischen Krone zugesprochen bekam. Die Halbinsel ist größtenteils ein Sumpfgebiet und das am wenigsten besiedelte Gebiet von Cuba.

Überall stoßen Besucher hier auf Lianen, Mangroven und Sumpfpflanzen. Der Park ist jedoch eher etwas für Liebhaber der Wildnis und der unberührten Natur als für Abenteurer. Zu befürchten müssen die Besucher nichts, denn auf Cuba gibt es keine Raubtiere oder giftigen Schlangen. Im Naturreservat des Gran Parque Natural de Montemar lässt sich hervorragend fischen, Vögel beobachten, mit dem Ruderboot auf der Laguna del Tesoro fahren oder einfach ruhig in der Hängematte entspannen. Zur Halbinsel gehört auch die berühmte Schweinebucht.

Die Einwohner der Península de Zapata verdienen ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch den Abbau und Verkauf von Torf. Zapata ist eines der größten Wildreservate der Karibik: Hier leben unzählige Vogelarten und Reptilien. Große Teile der Halbinsel sind Nationalpark. Dieser offiziell Gran Parque Natural de Montemar genannte Nationalpark befindet sich im Gebiet um die Laguna del Tesoro. Die Karibikstrände von Zapata bieten feinste Sandstrände und ziehen Wasser- und Tauchsportler an.

Mangroven auf ZapataNeben den Sandstränden ist die Küste der Zapata vor allem mit Mangrovensümpfen bedeckt. In den Sümpfen leben rund 150 Vogelarten, teilweise endemische Arten. Darunter befindet sich auch der zunzuncito (Mellisuga helenae), der kleinste Kolibri der Welt, der Kuba-Kauz (Glaucidium siju), ein kleiner, nachtaktiver Raubvogel, die Kuba-Ralle, eine seltene Art de Blässhuhns, Teichhühner, Papageien und Reiher. An den Küsten von Zapata leben zudem auch Seekühe, die teilweise bis zu vier Meter lang und 600 Kilogramm schwer werden. Im Frühjahr werden Straßen und Strände von Krabben überflutet, die hier zur Paarung an Land gehen. Seit den 1960er Jahren sind die hier lebenden kubanischen Krokodile, die Cocodrilo rhombifer, streng geschützt. Möchte man die hier rastetenden Zugvögel beobachten, besucht man zusammen mit einem Führer den Corral de Santo Tomás. Einen Führer bekommt man an der Rezeption des Hotels Villa Playa Larga.

Die Playa Larga ist das touristisch erschlossene Gebiet auf der Península de Zapata. Die Playa Larga liegt am Scheitelpunkt der Bahia de Cochinos, besser bekannt unter dem Namen Schweinebucht.  Hier gibt es einen schönen Strand und ein Hotel. Ansonsten reicht in diesem Küstenabschnitt von Cuba die Vegetation zumeist direkt bis ans Meer. Vor der Küste liegt ein Riff, welches gut geeignet ist zum Tauchen. In der Nähe zum Parkplatz des Strandes erinnert ein Denkmal an die Landung der Anti-Castro Truppen 1961. Südwestlich der Playa Larga befindet sich die Laguna de las Salinas. Hier können von November bis Mai viele Zugvögel beobachtet werden. Zudem gibt es hier Krokodile, Flamingos und Schildkröten zu bewundern. Nordöstlich der Playa Larga liegt das Centro Internacional de Aves, das internationale Vogelzentrum.

Die Laguna del Tesoro mit dem Feriendorf GuamaNordwestlich der Playa Larga befindet sich die Laguna del Tesoro, die Schatzlagune. Auch hier leben die kubanischen Krokodile. Auf zehn Inseln der Lagune verteilt sich über eine Fläche von 90 Quadratkilometern das ungewöhnliche  Feriendorf Guamá. Guamá ist der Name eines Taíno-Indianers, der den spanischen Konquistadoren bis zu seiner Ermordung  1533 Widerstand leistete.  Die Anlage besteht aus 49 Hütten, die aus Palmenholz erbaut und mit Palmenblättern gedeckt sind.  Obwohl aus einfachsten Mitteln erbaut, sind die Hütten komfortable ausgestattet und besitzen sogar Klimaanlagen. Die einzelnen Inseln sind entweder über Hängebrücken oder per Kanu erreichbar.  Das Feriendorf selber ist nur mit dem Kanu zu erreichen. Die Fahrt startet von Boca de Guamá aus und führt durch einen Kanal mit dichtbewachsenem Ufer bis zur Lagune. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde. Das Ressort hat ein Restaurant, eine Disko und ein kleines Museum, das Muestras Aborígenes, in welchem Funde aus der Zeit der Taínos ausgestellt sind, die aus der Umgebung der Laguna del Tesoro stammen.  Zum Feriendorf gehört auch das Aldea Taína, eine Rekonstruktion eines typischen präkolumbischen Dorfes, welches auf einer der Inseln in der Lagune steht. Nachgebildet sind vier bohíos, typische indianische Erdhütten, und ein carney, ein etwas größerer Rundbau. Zudem sind 25 lebensgroße Statuen der kubanischen Künstlerin Rita Longa ausgestellt. Die Figuren stellen die Menschen nach, die in einem solchen Indianerdorf lebten: Ein junges Mädchen namens Dayamí, den Krokodiljäger Abey, Cajimo, den Jäger des Nagetiers jutía, Manguanay, die Mutter, die ihrer Familie casabe (Maniok) kocht, Yaima, ein kleines Mädchen, das spielt und die Schlüsselfigur Guamá, den tapferen Krieger der Taíno Indianer. Besucher der Lagune sollten sich gut vor Moskitos schützen, da diese hier sehr zahlreich vorkommen.

Krokodile in der Criadero de CocodrilosÖstlich der Laguna del Tesoro liegt Boca de Guamá. Dort befindet sich die Criadero de Cocodrilos. Diese Krokodilfarm wurde 1962 gegründet, um 16 bedrohte Reptilienarten zu retten. Es ist heute die größte Krokodilfarm in Cuba. In den Becken der Farm leben rund 100.000 Tiere, getrennt nach Größe, Alter und Gattung. Von einem Aussichtspunkt aus können die Reptilien beobachtet und fotografiert werden.

Noch etwas weiter nördlich von der Laguna del Tesoro steht die Ingenio Australia. Diese alte Zuckerfabrik war 1961 während der Invasion in der Schweinebucht das Hauptquartier der kubanischen Armee. Heute ist hier das Museum Museo de la Comandancia untergebracht, welches die Geschichte um die Invasion aufbereitet. Nördlich der Ingenio Australia liegt die Gegend Jagüeys Grande mit den größten Zitrushainen von Cuba.

Das Museo Giron gedenkt der Invasion in der SchweinebuchtFolgt man der Straße von der Playa Larga Richtung Süden, entlang der Küste, gelangt man zur Cueva de los Peces. Dies ist ein 70 Meter tiefes natürliches Becken (cenote), welches durch eine Verwerfung entstanden ist. Hier kann man ideal Schnorcheln und Tauchen. Die Straße in Richtung Süden zur Playa Girón ist gesäumt von Gedenksteinen zu Ehren der kubanischen Opfer, die in der drei Tage dauernden Schlacht vielen. Noch etwas weiter entlang der Küste Richtung Süden liegt dann die Playa Girón. Diese ist benannt nach dem französischen Piraten Gilbert Giron, der hier im 17. Jahrhundert Zuflucht fand. An genau diesem Strand fand die berühmte Invasion in der Schweinebucht statt. Vom 17. bis zum 19. April 1961 versuchten Exilkubaner mit Unterstützung der USA hier zu landen. Castros Soldaten gelang es, die konterrevolutionäre Armee zurückzuschlagen. Es wurde ein Disaster für die USA.  Am Eingang zum Strand steht ein großes Schild, auf dem „Hier erlitt der nordamerikanische Imperialismus seine erste große Niederlage“ steht. In der Nähe befindet sich das Museo Girón. In diesem Museum wird die Invasion in Fotos, Dokumenten, Waffen, einem Panzer und einem Flugzeugwrack aus der Schlacht dargestellt und während der Invasion gedrehte Filme gezeigt. Etwas acht Kilometer entfernt in süd-östlicher Richtung liegt die Bucht Caleta Buena, eine besonders für Taucher hervorragend geeignete Bucht.

Provinz: Matanzas

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