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Parque Central und das Capitolio

Capitolio von HavannaAn der Grenze zur Altstadt Habana Vieja, dort wo einst die Stadtmauer von Havanna verlief, erstreckt sich das Gebiet des Parque Central und des imposanten Capitolio. Der Parque Central wurde 1877 angelegt.

Im Herzen des Platzes stand zunächst eine Statue von Isabella II. Diese Statue wurde am 24. Februar 1905, also wenige Jahre nach der Unabhängigkeit von Spanien, durch eine Statue von José Martí ersetzt. Die Statue aus feinstem Carrara-Marmor wurde in Rom von José Vilalta y Saavedra geschaffen und von Generalissimo Máximo Gómez eingeweiht. Rund um den mit üppiger Vegetation bepflanzten Park stehen imposante klassizistische Bauten des 19. Und beginnenden 20. Jahrhundert. Abends ist der Park ein sehr beliebter Treffpunkt für die Einwohner von Havanna.

Capitolio

Eingangshalle des Capitolio von HavannaDas Capitolio von Havanna ist ein gigantischer Bau, dessen riesige Kuppel von weither sichtbares Symbol der Stadt ist. Das Gebäude ist eines der größten Gebäude Lateinamerikas. Es ist ein Beispiel für die Eleganz des Klassizismus und des Art-déco. Das Capitolio ist dabei eine Replik des Capitols von Washington D.C., jedoch noch größer als das Vorbild. Eingeweiht wurde es 1929 von dem Diktator Gerardo Machado. Zuvor war an dem Standort des Capitolios ein botanischer Garten, später der Bahnhof von Havanna. 1933 kam es vor dem Capitolio zu einem Massaker, als die Polizei auf Anti-Machado Demonstranten schoss. Bis 1959 war das Capitolio Regierungssitz der kubanischen Regierung. Nach der Revolution diente es nicht weiter als Regierungssitz, beherbergt aber heute noch die Ministerien für Wissenschaft, Technologie und Umweltschutz. Die alten Regierungsräume und die Bibliothek können besucht werden.

Ist man die Stufen des Capitolio emporgestiegen und in die Haupthalle gelangt, begrüßt einen die 17 Meter hohe und 49 Tonnen schwere Statue der Republik. Die riesige Statue wurde in Rom gegossen und mit 22-karätigem Blattgold überzogen. Im Boden vor der Statue ist in den Boden ein 25-karätiger Diamant eingelassen. Dieser gehörte dem letzten russischen Zaren. Nachdem er auf mysteriöse Weise verschwunden war und später beim Präsidenten wieder auftauchte, ist heute nur noch eine Kopie des Diamanten in den Boden eingelassen. Lässt man in der Eingangshalle den Blick nach oben schweifen, sieht man in 92 Meter Höhe die Kuppel des Capitolio, bis in die 50er Jahre der höchste Punkt der Stadt.

Folgt man von der Eingangshalle den Weg nach links, erreicht man am Ende des Gebäudes den Abgeordnetensaal. Die Einrichtung ist noch im Original erhalten. Die Flachreliefs stammen von dem italienischen Künstler Gianni Remuzzi. Auf dem weiteren Rundgang durch das Gebäude kommt man an der staatlichen Wissenschaftsbibliothek vorbei, einer wunderschönen Bibliothek im alten Stil. Bevor man wieder in die Eingangshalle zurück gelangt, kommt man durch den Salón de los Pasos Perdidos, einer beeindruckenden Monumentalhalle mit fei9nstem Marmorboden. Der Name „Saal der verlorenen Schritte“ stammt von der ungewöhnlichen Akustik der Halle.

Parque de la Fraternidad

Parque de la FraternidadNeben dem Capitolio befindet sich ein weiterer Park in diesem Gebiet. Der Parque de la Fraternidad wurde 1892 anlässlich des 400. Jahrestages der Entdeckung Amerikas angelegt und war zunächst ein Platz für Militärparaden. Entsprechend hieß er auch zunächst „Campo di Marte“. Seit 1928 hieß der Park dann Parque de la Fraternidad und wurde geschmückt mit Denkmälern bedeutender Amerikaner wie José de San Matín, Simón Bolivar und Abraham Lincoln. Der Park sollte die Gemeinsamkeiten der amerikanischen Völker symbolisieren. In der Mitte des Parks steht eine Gedenktafel mit einem Zitat von José Martí: „Es ist an der Zeit, dass iwr uns versammeln und zusammen marschieren, wir müssen so zusammenhalten wie das Silber in den Tiefen der Anden. Nur durch Freundschaft, Brüderlichkeit und Liebe finden Völker zueinander.“ Symbolisiert wird die Freundschaft und Solidarität der amerikanischen Völker durch einen großen Kapokbaum, der den Ureinwohnern Lateinamerikas und den Afrikanern als heilig gilt.

Vor dem Platz steht ein großer Brunnen aus Marmor. Er heißt „Fuente de la India“ oder „La Noble Habana“. Er stellt eine Allegorie Havannas dar und wurde 1831 von Guiseppe Gaggini geschaffen.

Real Fábrica de Tabacos Partagás

Real Fábrica de Tabacos PartagásDirekt hinter dem Capitolio liegt mit der Real Fábrica de Tabacos Partagás Cubas größte Zigarrenfabrik. Architektonisch ist die 1845 erbaute Fabrik mit ihrer klassizistischen Fassade ein schönes Beispiel für die industrielle Architektur des 19. Jahrhunderts. Gegründet wurde die Fabrik von dem katalanischen Geschäftsmann Jaime Partagás. Dieser war berühmt für seine Zigarren, allerdings blieb sein Geheimnis im Dunkeln. Überliefert ist nur, dass er der erste gewesen sein soll, der zur Fermentierung der Blätter Holzfässer verwendete und so das Aroma des Tabaks verstärkte. Der durch seine Fabrik schwer reich gewordene Geschäftsmann kaufte später eine Tabakplantage in Pinar del Rio, da er von der Anpflanzung des Tabak, über die Ernte und Trocknung bis zum Zigarrendrehen alle Produktionsschritte in einer Hand haben wollte. Bevor er sein Projekt verwirklichen konnte, wurde er durch ungeklärte Umstände ermordet. Nach seinem Tod wurde die Fabrik von Ramón Cifuentes Llano aufgekauft.

Die Fabrik, in der auch heute noch produziert wird, kann auf einer geführten Tour besucht werden. Man wird durch di9e Fabrikhallen geführt, in der die Zigarrendreher ihre Zigarren drehen. Wurde den Arbeitern im 19. Jahrhundert gegen die Monotonie der Arbeit noch vorgelesen, werden sie heute mit Radio beschallt. In den Fabrikhallen hängt der schwere Duft des Tabaks. Am Ende der Tour kann im Probierraum der Fabrik geraucht werden. Im Fabrikshop sind die edelsten Zigarren käuflich zu erwerben.

Gran Teatro de La Habana

Gran Teatro de La HabanaDas Gran Teatro de la Habana am Parque Central ist eines der größten Opernhäuser der Welt. Es wurde errichtet auf den Grundmauern des Teatro Nuevo oder Tacón, dass 1837 errichtet wurde und vielen bedeutenden Künstlern des 19. Jahrhunderts, wie der österreichischen Balletttänzerin Fanny Essler, eine Bühne bot. Das Gran Teatro wurde 1915 als Teil des Palacio del Centro Gallego erbaut durch den Architekten Paul Belau. Im April 1915 wurde es durch die Aufführung der Aida eingeweiht. 1918 trat hier Sarah Bernhardt auf, 1919 Arthur Rubinstein. Auch der kubanische Komponist Ernesto Lecuona und der spanische Gitarrist Andrés Segovia waren hier Gäste. Ab 1959 wurde das Theater auch Heimat der berühmten kubanischen Tänzerin Alicia Alonso, der Gründerin des Ballet Nacional. Diese richtet alljährlich ein Ballettfestival im Theater aus.

Die verspielte Fassade des Gran Teatro de la Habana ist geschmückt mit vier Skulpturen des italienischen Bildhauers Guiseppe Moretti. Diese stellen Allegorien für Wohltätigkeit, Bildung, Musik und Theater dar.

Calle San Rafael

Zwischen dem Gran Teatro und dem Hotel Inglaterra liegt die Calle San Rafael, auch Boulevard genannt. Die Calle San Rafael ist eine schmale Fußgängerzone, die einst für ihre Luxusläden berühmt war.

Hotel Inglaterra

Hotel InglaterraDas Hotel Inglaterra aus dem 19. Jahrhundert besitzt zwar einen englischen Namen, ist aber von der Architektur eindeutig spanisch angehaucht. Im Hotel findet man viele maurische Elemente. Die Majolikafliesen stammen aus Sevilla. Das Foyer des Hotels ist mit andalusischen Mosaiken dekoriert und die Holzdecken weisen maurische Intarsienarbeiten auf. Im Salón-Café trägt eine Säule die Inschrift „Nur Allah wird siegen“.

Eröffnet wurde das Hotel Inglaterra 1875. Das Hotel war im 19. Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt für die liberalen Einwohner von Havanna. Der junge José Martí trat hier ein für eine völlige Loslösung Cubas von Spanien und wiedersprach den Forderungen nach einer moderaten Autonomie. General Antonio Maceo soll in dem Hotel seine Putschpläne geschmiedet haben. Auch viele Persönlichkeiten aus der Künstlerszene nächtigten in dem Hotel, u.a. die Schauspielerin Sarah Bernhardt und die russische Balletttänzerin Anna Pawlowa.

Hotel Parque Central

Ebenfalls direkt am Parque Central steht das gleichnamige Hotel. Dieses luxuriöse Hotel wurde zwar erst vor kurzen errichtet, fügt sich jedoch sehr gut in die klassische Umgebung ein.

Hotel Plaza

Gleich neben dem Hotel Parque Central steht ein weiteres Luxushotel von Havanna mit dem Hotel Plaza. Dieses Gebäude wurde bereits im 19. Jahrhundert errichtet, zunächst jedoch als Privathaus. 1909 wurde es dann in ein Hotel umgewandelt, in welchem auch berühmte Persönlichkeiten wie Isadora Duncan, Enrico Caruso und Anna Pawlowa nächtigten.

Manzana de Gómez

Das Mazana de Gómez aus dem 19. Jahrhundert war einst das größte Kaufhaus von Havanna. Nachdem es über viele Jahre dem Verfall preisgegeben war, kehren mittlerweile immer mehr Geschäfte zurück.

Palacio del Centro Asturiano

Palacio del Centro AsturianoDer Palacio del Centro Asturiano ist Teil des Museo de Bellas Artes. In diesem Gebäude ist die internationale Kunstsammlung des Museums untergebracht. Das Gebäude wurde 1928 eröffnet und stammt von dem Spanier Manuel del Busto. Charakteristisch für das Gebäude sind die unterschiedlich geformten Türme an den Ecken des Gebäudes.

Cine Payret

Das letzte wichtige Gebäude am Parque Central ist das Cine Payret. Das Kino ist das erste Kino, das in Cuba eröffnet wurde. Es öffnete schon 1897, also nur ein Jahr nach der Erfindung der Brüder Lumière in Paris, seine Pforten und ist damit auch eines der ältesten Kinos der Welt.

Provinz: Ciudad de La Habana

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