Zwischen dem karibischen Meer im Süden und den östlichsten Ausläufern der Sierra Maestra im Norden erstreckt sich auf einer Fläche von 80.000 Hektar der riesige Nationalpark Parque Baconao. Der von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärte Park ist der größte Freizeitpark auf Cuba.
Er liegt östlich von der Stadt Santiago de Cuba und erstreckt sich über die beiden Provinzen Guantanamo und Santiago de Cuba. Zwischen den Berglandschaften im Norden und den Stränden im Süden liegen alte Kaffeplantagen und ungewöhnliche Freizeitangebote für Touristen. Das Gebiet des Nationalparks wurde in den 80er Jahren durch freiwillige Helfer erschlossen und wird auch heute noch regelmäßig um weitere Attraktionen erweitert. Im Parque Baconao gibt es für Übernachtungsgäste ausreichend Hotelzimmer. Im Park selbst können Besucher unterschiedlichsten kulturellen und sportlichen Aktivitäten nachgehen. Den Park kann man gut mit dem Auto oder Taxi erkunden. Die Attraktionen im Parque Baconao sind familiengerecht. Der Gipfel des Gran Piedra, der höchsten Erhebung im Park, kann allerdings nur zu Fuß erreicht werden.
Von Santiago de Cuba aus fährt man auf der Avenida Raúl Pujol Richtung Osten zum Nationalpark. Zuerst trifft man auf den Parque Zoológico und den Arbol de la Paz, dem Friedensbaum. Unter diesem Baum unterzeichneten 1898 die Spanier die Kapitulationsurkunde.
Folgt man der Straße in Richtung Küste, gelangt man zunächst zur Granjita Siboney. Diese 16 Kilometer östlich von Santiago de Cuba liegende Farm war 1953 die Operationsbasis von Abel Santamaría vor dem Angriff auf die Moncada Kaserne. Von hier aus machten sich die Rebellen des 26. Juli auf den Weg nach Santiago. Der Sturm auf die Moncada Kaserne misslang. Später wurde Granjita Siboney von Batistas Schergen gestürmt. Die Einschusslöcher an der Tür der Farm zeugen von den Gefechten. Diese sind jedoch nachgemacht. Heute ist in der Granjita Siboney ein kleines Museum untergebracht, welches Waffen, Uniformen und Ausrüstung der Rebellen zeigt. In der Galerie Generacíon del Centenario werden Gemälde, Fotos und Dokumente zu Ehren der gefallenen Rebellen ausgestellt sowie das Auto, das Fidel Castro beim Angriff fuhr. Südlich von Siboney liegt der auch bei Einheimischen beliebte Strand Playa Siboney. Dieser kann auch über einen Pendelbus von Santiago de Cuba aus erreicht werden.
Östlich von Siboney liegt El Oasis. Die Oase ist ein von Künstlern verwaltetes Zentrum, in welchem Besucher reiten können und Rodeoshows präsentiert bekommen. Noch etwas weiter östlich liegt das Valle de la Prehistoria. In dem vor allem für Kinder geeigneten Park stehen lebensgroße Modelle von Dinosauriern. Zum Park gehört auch ein naturwissenschaftliches Museum.
Fährt man vom Valle de la Prehistoria ein wenig Richtung landesinnere, gelangt man zu den Conjunto de Museos y Exposiciones de la Punta. Diese Anlage besteht aus mehreren Museen. Es werden Exponate von Briefmarken und Puppen, Keramik bis hin zu archäologischen Funden gezeigt. Besonders interessant ist der Salon de Historia del Transporte Terrestre por Carretera. In diesem Automuseum werden neben 200 Modellautos auch einige Oldtimer gezeigt, darunter der kuriose Maya Cuba, ein winziger Wagen mit nur einem Zylinder. Das älteste ausgestellte Auto ist ein Ford Model T von 1912. Zudem befinden sich im Museum auch Wagen, die einst Fidel Castro und Benny Moré gehörten.
Wieder zurück zur Küste, gelangt man zur Playa Daiquirí. An diesem kleinen und ruhigen Strand hinter dem Hotel Daiquirí landeten 1989 die amerikanischen Truppen im spanisch-amerikanischen Krieg.
Wieder ein Stück weiter in Richtung Osten, zwischen der Playa del Indio und der Playa Larga, befindet sich ein Küstenabschnitt, wo der Meeresboden übersät ist mit alten Schiffswracks. Hier können erfahrene Taucher zwischen diesen Tauchen.
Noch weiter östlich an der Küstenstraße liegt das Acuario Baconao. Durch einen gläsernen Tunnel kann man in diesem Meeresaquarium Haie, Seelöwen und andere Meeresbewohner beobachten. Dreimal am Tag finden auch Delfinshows statt. Noch ein wenig weiter an der Küste liegt der Jardin de Cactus, in dem viele seltene Kakteen bewundert werden können. Am sich daran anschließenden Abschnitt der Küstenstraße befinden sich mehrere Höhlen, die zusammen die Exposición Mesoamericana ergeben. In den Höhlen werden Reproduktionen mittelamerikanischer Kunstwerke aus der präkolumbischen Zeit präsentiert. Nördlich hiervon liegt die Laguna Baconao. Hier können Besucher Boote ausleihen, um auf der Lagune oder dem Fluss Baconao eine Bootsfahrt zu unternehmen. In der Nähe des am Ufer der Lagune gelegenen Restaurants Casa de Rolando befindet sich eine Krokodilfarm.
Ein weiterer Weg zur Erkundung des Parque Baconao führt ins Landesinnere. Kommt man aus Richtung Santiago de Cuba, folgt man in Las Guásimas nicht der Straße in Richtung Küste, sondern in Richtung Norden. Zunächst gelangt man dann zum Prado de las Esculturas. Dies ist ein Skulpturenpark aus den 80er Jahren, wo 20 Arbeiten von kubanischen und internationalen Künstlern gezeigt werden. Der Skulpturenpark kann auch mit dem Auto befahren werden.
Folgt man der Straße weiter Richtung Norden, vorbei an den Ruinen der Kaffeplantagen Tres Arroyos, Perseverancia und Siberia, gelangt man zur Kaffeplantage La Isabélica. Die Straße selbst führt zwölf Kilometer lang serpentinenartig die Berge rauf mit teils wunderschönen Ausblicken über tiefgrüne Regen- und Bergwälder. Die Kaffeplantagen rund um den Gran Piedra gehören alle zum Weltkulturerbe der UNESCO. Bis aus La Isabélica stehen allerdings von den anderen Kaffeplantagen nur Ruinen. Zu bereits genannten kommen noch die weiter östlich gelegenen Kaffeplantagen Kentucky, San Jimy und Gran Sofia. Die am Fuß des Gran Piedra gelegene Kaffeplantage Isabélica gehörte einst dem französischen Grundbesitzer Victor Constantin. Dieser kam wie viele andere Franzosen im 18. Jahrhundert in den Osten von Cuba, nachdem er durch einen Sklavenaufstand in Haiti vertrieben worden war. Mit vielen Sklaven brachte er auch seine Geliebte Isabel María mit, nach der er seine Plantage benannte. Das größte Gebäude auf der Plantage ist natürlich das Herrschaftshaus. Im Erdgeschoss des Gebäudes befanden sich ein Werkzeuglager sowie einige Arbeiterunterkünfte. Im ersten Stock wohnten die Besitzer. Es gibt ein Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer und ein Arbeitszimmer. Alle Räume sind möbliert und dekoriert im Stil des 18. Jahrhunderts. Vor dem Gebäude liegt eine große Terrasse, die eigentlich das Dach eines Lagerhauses ist. Auf der Terrasse wurden die Kaffebohnen zum Trocknen ausgebreitet. Daneben befindet sich der Küchentrakt. Die Gebäude sind ringsum umgeben von kaffepflanzen. Im Cafetal-Museum erfahren Besucher, wie Kaffepflanzen gezüchtet und der Kaffe verarbeitet wird.
In der Nähe der Kaffeplantage La Isabélica liegt der Aufstiegt zum Gran Piedra. Am Beginn des Aufstiegspfades befindet sich ein botanischer Garten mit wunderschönen Orchideen und bunten Strelitzias, besser bekannt als Paradiesvogelblumen. Der Gran Piedra selbst ist ein gigantischer Monolith mit einer Höhe von 1234 Metern. Er liegt über dem Krater eines erloschenen Vulkans. 459 Stufen führen rauf auf den Gipfel des Gran Piedra. Von hier oben hat man einen Blick über die Berge und die Küste. An besonders klaren Tagen sieht man von hier oben auch Haiti und Jamaika in der Ferne. Am Besten besteigt man den Berg in den frühen Morgenstunden, da dann der Blick noch klar ist. Später am Tage zieht oftmals Nebel in den Bergen auf.
Provinz: Guantanamo, Santiago de Cuba