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Museo Nacional de Bellas Artes in Havanna

Palacio del Centro AsturianoDas Museum der schönen Künste in Havanna wurde auf betreiben des Architekten Emilio Heredia 1913 gegründet. Heredia war auch erster Direktor des Museums. Nach mehreren Umzügen fand das Museum letztlich seine Heimat in dem Gebäudekomplex des Colón-Marktes.

Die Arkaden des Gebäudes wurden abgerissen und der Architekt Rodríguez Pichardo verpasste dem Gebäude eine rationalistische Fassade mit streng geometrischen Linien. 1954 wurde das Gebäude als Palacio de Bellas Artes eingeweiht. Hinzu kam ein zweites Gebäude mit dem Palacio del Centro Asturiano am Parque Central, welches die internationale Ausstellung des Museums beherbergt.

1959 wurde die Sammlung des Museums stark erweitert. Im Zuge der Revolution wurden viele Werke in privater Hand als unangemessenes Privateigentum enteignet. Die kubanische Sammlung im Palacio de Bellas Artes umfasst ca. 4336 Gemälde, 12837 Drucke und Zeichnungen sowie 285 Skulpturen. Die internationale Sammlung im Palacio del Centro Asturiano verfügt über 1649 Gemälde und 126 Skulpturen sowie Zeichnungen. Die antike Sammlung im Rahmen der internationalen Sammlung umfasst nochmals 600 Werke aus der ägyptischen bis zur römischen Zeit.

Palacio de Bellas Artes (Kubanische Kunst)

Palacio de Bellas ArtesDer Palacio de Bellas Artes widmet sich der kubanischen Kunst. Schon vor dem Eingang begrüßt einen die Skulptur „Forma, Espacio y Luz“ aus dem Jahr 1953 von Rita Longa. Der Innenhof des Gebäudes ist gesäumt mit Skulpturen. Im Zwischengeschoss befinden sich Räume für kulturelle Bildung, ein Auditorium und eine Bibliothek. Die Dauerausstellung des Museums befindet sich im ersten und zweiten Stock und ist streng chronologisch angeordnet. Sie reicht von der Kolonialkunst ab dem 17. Jahrhundert über akademischer Kunst bis hin zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Zu der Dauerausstellung mit den Werken einzelner Künstler und Schulen gesellt sich eine Wechselausstellung mit Drucken, Zeichnungen und Gemälden, die bedeutende Werke der Meister zeitgenössischer kubanischer Kunst zeigt.

La Silla von Winfredo LamZu den wichtigsten Vertretern der zeitgenössischen Kunst zählen Wifredo do Lam und der Bildhauer Augustín Cárdenas, die beide europäische Avantgarde mit afrikanischen Einflüssen kombinieren. Eins der bekanntesten Werke von Lam ist die „La Silla“ von 1943. In dem Werk werden Elemente des Kubismus und des Surrealismus vermischt mit kubanischen Elementen, deutlich werdend an einem Stuhl mit einer Vase darauf vor einem Dschungelhintergrund. Zu Cárdenas bekanntestem Werken zählt die Statue „Figure“ von 1953, eine Statue mit afrikanisch inspiriertem Formenspiel.

Die berühmtesten Vertreter der akademischen Kunst des 19. Jahrhunderts in Cuba sind Guillermo Collazos, der vor allem Porträts schuf, die Gebrüder Chartrand, die Landschaften malten, die Gebrüder Menocal und Leopoldo Romanach, einem Maler und Dozent der Akademie.
Als einer der Pioniere der modernen kubanischen Kunst zählt Víctor Manuel García, einem Landschaftsmaler, der bekannt ist für seine ruhigen Flüsse und wellenförmige Körper, die eine friedvolle Atmosphäre schaffen. García schuf zudem die archetypische Figur „mestizo“: Seine Darstellung eines Frauenkörpers vor einer Landschaft in seinem Werk Gitana Tropical von 1929 wurde zu einem Symbol der kubanischen Malerei.

Als eine der bedeutendsten Vertreterinnen des Stilllebens gilt Amelia Peláez, die in ihren Werken kubistische Elemente mit kubanischen Motiven vereint. Bekannteste Werke sind die „Naturaleza Muerta sobre Ocre“ von 1930 und „Flores Amarillas“, einem späteren Werk der Künstlerin aus dem Jahr 1964. Als exemplarisches Werk für die moderne kubanische Kunst im Allgemeinen gilt das Werk „El Rapto de las Mulatas“ aus dem Jahr 1938 von Carlos Enríquez. Das Bild zeigt ein traumartiges Gewirr menschlicher Körper, Pferde und Landschaft, die das klassische Thema des Raubs der Sabinerinnen aufgreift.

Flores Amarillas von Amelia PelaezAb den 1950er Jahren bewegen sich die Darstellungen in den Werken kubanischer Künstler weg von der figurativen Darstellung. Als bedeutendste Künstler der 50er gelten Guido Llinás und Hugo Consuegra. Nach der Revolution von 1959 schlugen die kubanischen Künstler höchst unterschiedliche Wege ein. Servando Cabrera machte zunächst die Guerillas zum Thema seiner Arbeiten, bevor er sich erotischeren Darstellungen widmete. Antonia Eiriz wandte sich dem Neo-Expressionismus zu, Raúl Martínez bewegte sich von abstrakter Kunst in Richtung Pop-Art. Der zeitgenössische Maler Manuel Mendive widmete sich in seinen Werken dem afrikanischen Erbe Cubas. In seinem Werk nativer Malerei  „El Malecón“  von 1975 treffen auf dem bekannten Boulevard Menschen und afrikanische Gottheiten aufeinander. „La Habana en Rojo“ von 1962 ist Teil einer Bilderreihe mit dem Thema der kubanischen Hauptstadt von René Portocarrero, der sich der barrocken Kunst widmete.

Aus den 1970er Jahren sind Werke der kubanischen Künstler Ever Fonseca, Nelson Domínguez und von dem Illustrator Roberto Fabelo zu sehen. Die Wechselausstellungen bieten zudem den jungen Künstlern der San-Alejandro-Akademie Möglichkeiten, ihre Werke zu zeigen, darunter z.B. Tomás Sánchez, der bekannt ist für seine archetypischen Landschaften, und José Bedia, der mit kühnen Installationen überzeugt.

Dauerhaft sind 639 Gemälde, 184 Zeichnungen und 69 Skulpturen ausgestellt, die restlichen Werke werden in der Wechselausstellung nach dem Rotationsprinzip ausgestellt.

Palacio del Centro Asturiano (Internationale Kunst)

In dem 1927 von Manuel Bustos entworfenem Gebäude befindet sich außer europäischen Gemälden und Skulpturen auch eine Sammlung antiker Kunst. Die originalen architektonischen Elemente wie eiserne Fenstergitter und Buntglasfenster sowie die Ausstattung mit Stilmöbeln und alten Lüstern ist noch erhalten. Neben der Galerie gibt es im Palacio del Centro Asturiano auch Leseräume, einen Buchladen, eine Bar, einen Videoraum und ein Auditorium. Die dauerhaft gezeigten 548 Gemälde und Skulpturen sind geordnet nach Mittelalter, Italien, Deutschland, Flandern, Niederlande, Frankreich und Spanien. Ergänzt wird dies durch Werke einiger europäischer Schulen und Arbeiten aus den USA, Lateinamerika, Japan und China sowie eine Ikonensammlung.

Clotilde en los Jardines de la Granja von Joaquin SorollaHighlight ist die herausragende Sammlung flämischer und spanischer Bilder, darunter aus dem Jahr 1903 „Entre Naranjos“ von Joaquín Sorolla, in welchem er mit der Darstellung eines Banketts auf dem Land durch das Spiel von Figuren, Licht und Schatten eine impressionistische Atmosphäre schafft.  Gleiches gilt für das Werk „Clotilde en los Jardines de la Granja“, bei dem vor allem die Darstellung des Wassers und des Gartens im Hintergrund heraussticht. Weiterhin sind in der spanischen Sammlung Werke von Murillo, Zurbarán, Constable, Bouguereau und Van Mieris zu finden. Eins der bekanntesten Bilder von Bartolomé Esteban Murillo ist die Darstellung der Heiligen Familie in dem Werk „Sagrada Familia“ aus dem 17. Jahrhundert. Beispielhaft für die flämische Sammlung kann das Triptychon „Jungfrau und Kind“ von dem flämischen Maler Hans Memling aus dem 15. Jahrhundert genannt werden.

Die italienische Sammlung zeigt vor allem Landschaftsgemälde, z.B. das Werk „Die Themse mit Chelsea College, Rotunde und Ranelagh House“ von Canaletto. In dem Werk von 1751 zeigt Canaletto die Atmosphäre Londons zu dieser Zeit. Francesco Guardi hingegen zeigt in „La Laguna frente a las Fondamento Nove“ detailgetreu Venedig. Hinzu kommen Werke wie „San Cristobál“ von Jacopo Bassano, „Alpine Landschaft mit Figuren“ von Allesandro Magnasco und „Die Jungfer“ von Giovanni Battista Piazetta. Ein weiteres Highlight ist die geometrische Komposition in Vittore Carpaccios Werk „Die Ankunft des Gesandten“ aus dem Jahr 1490.

Die 8047 Drucke und Zeichnungen werden wechselnd in Sonderausstellungen gezeigt. Der antike Teil der Sammlung umfasst 270 griechische, 195 römische und 131 ägyptische Arbeiten. Hinzu kommen einige mesopotamische, phönizische und etruskische Funde. Highlights hier sind eine griechische Amphore aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, die Portraits aus Faijum und der Kopf einer Skulptur des alt-ägyptischen Gottes Amon.

Provinz: Ciudad de La Habana

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