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Palacio de los Capitanes Generales und Plaza de Armas

Plaza de ArmasZweiter zentraler Platz neben der Plaza de Catedral in Habana Vieja ist der alte Militärplatz, die Plaza de Armas. Die Plaza de Armas ist ein weitläufiger, üppig begrünter Platz, umrahmt von barrocken Prachtbauten, die die Kolonialzeit aufleben lassen.

Der Platz wurde schon im frühen 17. Jahrhundert eingerichtet und sollte die Plaza Mayor als religiöses, politisches und militärisches Zentrum ablösen. Bis weit ins 18. Jahrhundert fanden auf dem Platz auch Militärübungen statt. Von 1771 bis 1838 wurde der Militärplatz umgestaltet und das kulturelle Leben stand fortan im Mittelpunkt. Es entstanden wundervolle Prachtbauten. Die wohlhabenden Bürger fuhren mit ihren eleganten Kutschen vor und trafen sich auf dem Platz. In den letzten Jahren wurde der Platz und die umstehenden Gebäude restauriert, so dass die Plaza de Armas nun in ihrem vollen Glanze strahlt. Der Platz ist sehr belebt. Man kann im Park oder Cafés verweilen. Vor dem Palacio de los Capitanes Generales findet ein Second-Hand Buchmarkt statt.

Palacio de los Capitanes Generales

Innenhof des Palacio de los Capitanes GeneralesDer Palacio de los Capitanes Generales, ein Palast im Barrockstil und eines der pompösesten Gebäude Cubas, wurde von 1776 bis 1792 für den Gouverneur Felipe Fondesviela gebaut. An der Stelle des Palacio de los Capitanes Generales stand zuvor die Parroquial Mayor, die kurz zuvor zerstört worden war. Der Plan für das Gebäude stammt von Antonio Fernández de Trebejos y Zaldívar. Neben der Residenz des Gouverneurs sollte in dem Prachtbau auch ein Stiftungshaus untergebracht werden. Bis 1834 befand sich zudem im Westflügel des Gebäudes eine Strafanstalt. Nach der Unabhängigkeit Cubas wurde der Palacio de los Capitanes Generales Sitz der kubanischen Regierung. Nach der Revolution wurde der Palast 1967 seinem heutigen Verwendungszweck zugeführt: Er beherbergt das Stadtmuseum Museo de la Ciudad. Obwohl der Palast so viele Verwendungszwecke in seiner Geschichte aufweist, wurde er nie umgebaut. Neben dem schon an sich sehenswerten Gebäude mit seinen Prunksälen, zeigt das Museum Gegenstände aus der Geschichte Havannas von der Gründung bis hin zu den Unabhängigkeitskriegen. Der Palacio de los Capitanes Generales besitzt zudem einen tropisch bewachsenen Innenhof mit riesigen Königsplamen. Im Hof steht zudem eine Marmorstatue von Christopher Kolumbus.

La GiradillaVor dem Eingangsbereich des Palastes befindet sich noch die original Pflasterung aus china pelona aus dem 18. Jahrhundert. Im Erdgeschoss besonders sehenswert ist der Saal des Espada Friedhofs. Die Überreste dieses ersten Friedhofs von Havanna, der 1806 von Bischof Juan José Díaz de Espada gegründet wurde, werden hier aufbewahrt. Darunter befindet sich das Grabmal des französischen Malers Vermay. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich ein Grabmal aus der abgebrannten Kirche Parroquial Mayor. Das Grabmal ist gewidmet einer jungen Frau, die bei einem Unfall während des Gebetes getötet wurde. Es stammt aus dem Jahr 1557 und ist das älteste koloniale Denkmal Cubas. Am Fuße des Treppenaufgangs zum ersten Geschoss findet man die Giraldilla, die älteste Bronzestatue Cubas. Sie ist eine Replik der Giraldilla von Sevilla. Sie wurde von Gouverneur Juan Bitrián de Viamonte für den Turm des Castillo de la Real Fuerza in Auftrag gegeben. Auf dem Turm des Forts befindet sich heutzutage nur eine Kopie der Giraldilla.

Ist man im ersten Stock angelangt, schreitet man zunächst über die elegante Galerie. Von hier hat man einen schönen Blick auf den üppig begrünten Innenhof. Entlang der Galerie sind Büsten berühmter Persönlichkeiten aufgestellt. Sie stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert und sind geschaffen worden von dem Bildhauer Luigi Pietrasanta. Im weißen Saal sind die Wappen der spanischen Bourbonen und das Stadtwappen von Havanna zu sehen. Der Saal ist geschmückt mit Meißener Porzellan aus dem 18. Und 19. Jahrhundert. Der Thronsaal ist geschaffen nach dem Vorbild des Salons im Palacio de Oriente in Madrid. Er sollte als Thronsaal für den spanischen König dienen, der diesen jedoch nie benutzte. 1893 wurde er anlässlich des Besuchs der Bourbonenprinzessin Eulalia restauriert. Galerie des Palacio de los Capitanes GeneralesNeben dem Thronsaal findet man die piedra marina, eine Kalksteinfigur mit Korallenfossilien. Sie wird durch die Buntglasfenster gekonnt in Szene gesetzt. Weiter geht es in den Salón de los Espejos, einem lichtdurchfluteten, spektakulären Prunksaal mit venezianischen Spiegeln. 1899 wurde in diesem Saal das Ende der spanischen Herrschaft verkündet. Ab 1902 war dieser Saal Sitz des Präsidenten der Republik Cuba. Ein weiterer Saal ist der Sala de Cabildo, dem ehemaligen Versammlungsraum des Stadtrates. Hier werden die Amtsstäbe von Juan Díaz aus dem Jahre 1631 aufbewahrt. Sie sind die ältesten Relikte kubanischer Goldschmiedekunst. Im kubanischen Ruhmessaal werden Gegenstände des kubanischen Unabhängigkeitskrieges gezeigt, darunter die Flagge von Céspedes und die Überreste der USS Maine, deren Untergang im Hafen von Havanna zum amerikanisch-spanischen Krieg führte.
Palacio del Segundo Cabo

Der Palacio del Segundo Cabo ist ein Bau aus dem Jahr 1776 und diente einst als Residenz des Gouverneurs. Heute ist es das Domizil des kubanischen Bücherinstituts.

Castillo de la Real Fuerza

Castillo de la Real FuerzaNachdem Havanna 1555 durch einen Überfall des französischen Freibeuters Jacques de Sores größtenteils zerstört worden war, bauten die Stadtväter mit dem Castillo de la Real Fuerza die erste und damit älteste Militäreinrichtung Havannas, um sich künftig vor den Piraten schützen zu können. Es wurde eine mächtige Festung mit breitem Burggraben und eckigen Schutzwällen errichtet. Bald darauf erwies sich jedoch die Lage des Castillo de la Real Fuerza als strategisch ungünstig: Es lag viel zu tief in der Bucht und war für die Verteidigung ungeeignet. Daher diente die Festung in der Folge als Sitz für Gouverneure und Militärbefehlshaber. Zudem diente die Burg als Lagerstätte für die Schätze aus Lateinamerika, bevor sie ihre Reise nach Europa antraten. 1634 wurde auf dem Turm der Festung eine Replik der Giraldilla von Sevilla angebracht. Die Giraldilla sollte zu einem der Symbole für Havanna werden. Heute ist auf dem Turm nur noch eine Kopie, das Original steht im Palacio de los Capitanes Generales. Geschaffen wurde die Bronzestatue von Gerónimo Martín Pinzón. Ihre Bedeutung, wie auch die des Originals von Sevilla, sind unklar. Heute ist im Castillo de la Real Fuerza das Museo Nacional de la Cerámica Cubana beheimatet, welches eine Sammlung moderner kubanischer Künstler ausstellt.

El Templete

El TempleteEiner der ungewöhnlichsten Bauwerke von Havanna ist El Templete. Es ist ein templeähnliches Gebäude und befindet sich an der Stelle, wo der Legende nach 1519 die Stadt San Cristobal de La Habana gegründet wurde. Unter dem Kapokbaum vor El Templete, einer tropischen Baumart, die den Einwohnern Südamerikas als heilig gilt, soll das erste Treffen des Stadtrates (cabildo) und die erste Messe stattgefunden haben. Der große, knorrige Kapokbaum, der heute vor El Templete steht, ist allerdings nicht mehr der original Kapokbaum. Neben dem Baum befindet sich eine Säule, die nach einem Gouverneur benannt ist, der diese 1754 errichten ließ, und Columna de Cacigal heißt.

Das eigentliche Gebäude von El Templete wurde 1828 fertig gestellt. Es erinnert an ein Bauwerk in der baskischen Stadt Guernica. Im Innenraum von El Templete befinden sich drei riesige Gemälde von Jean-Baptiste Vermay. Diese stellen Szenen aus der Geschichte von Havanna dar: Die Einweihung des Gebäudes, die erste Versammlung des Stadtrates und die erste Messe unter dem Kapokbaum mit Bischof Juan José Díaz Espada y Land, bei der er die Stadt segnete.

Calle Enna

Direkt hinter El Templete befindet sich ein kleine Kuriosum: Die Calle Enna ist die kürzeste und schmalste Straße von Havanna. Sie wurde benannt nach dem General Enna aus der Kolonialzeit. Dieser muss großes geleistet haben, wenn solch bedeutende Straße nach ihm benannt wurde.

Hotel Santa Isabel

Hotel Santa IsabelDirekt am Plaza de Armas steht auch das Hotel Isabella. Der Bau war im 18. und 19. Jahrhundert die Residenz des Conde de Santovenia. Das Gebäude wurde aufwendig restauriert und beherbergt nun das Hotel. Im Erdgeschoss sind zudem Restaurants und Cafés vorhanden, von denen man aus gemütlich das Treiben auf dem Plaza de Armas beobachten kann.

Provinz: Ciudad de La Habana

 

 

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