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Der Kolumbusfriedhof Necrópolis Colón in Havanna

Der Kolumbusfriedhof Necrópolis Colón in HavannaDer größte Friedhof von Cuba und mit einer Fläche von 55 Hektar auch einer der größten Monumentalfriedhöfe der Welt ist die Necrópolis Colón von Havanna, auch Kolumbusfriedhof genannt.

Auf dem Kolumbusfriedhof befinden sich über zwei Millionen Gräber, also in etwa so viele, wie Havanna Einwohner hat. Entworfen wurde dieser Friedhof 1860 von dem spanischen Architekten Calixto de Loira. Sein Grundriss ist streng symmetrisch und an ein römisches Militärlager angelehnt. Erbaut wurde die Necrópolis Colón dann von 1971 bis 1886. Der gesamte Friedhof steht unter Denkmalschutz. Viele der Gräber sind mit Statuen ausgestattet, einige sind in aufwendigen Mausoleen untergebracht. Der Stil der Grabmäler reicht von eklektisch bis zu zeitgenössisch.  Obwohl unter Denkmalschutz und von kultureller Bedeutung, wird die Necrópolis Colón auch heute noch als Friedhof genutzt.

Haupteingang der Necrópolis ColónDer Haupteingang des Friedhofs wird durch ein großes Portal verziert. Oben auf dem Portal befindet sich eine Statue aus Carrara Marmor. Sie zeigt die drei religiösen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Statue wurde 1904 vom kubanischen Künstler José Villalta de Saavedra im neo-romantischen Stil geschaffen.

Folgt man nun dem Hauptweg durch die Necrópolis, der Avenida Colón, und beachtet nur die Gräber zur rechten Seite, ist das erste Monumentalgrab das des Generalissimo Máximo Gómez, eine Grabanlage, die durch einen Obelisken geschmückt wird. Etwas weiter den Hauptweg folgend, kurz hinter dem ersten Rondell, steht zur rechten das monumentale Grabmal Las Víctimas de la Caridad. Das Grabmal wurde zur Ehren der Opfer eines Unfalls errichtet, der sich 1890 im Eisenwarenladen Isasí ereignete. Der Entwurf für das Grab stammt von den spanischen Architekten Agustín Querol und Julio Zapata.

Panteón de la Familia Falla-BonetKurz hinter diesem Grabmal steht das Panteón de la Familia Falla-Bonet, ein Mausoleum in Form einer Pyramide, gehauen aus grauem Granit, dessen Spitze gekrönt wird von einer Christusstatue des spanischen Bildhauers Benlliure. Auf dem nun folgenden großen Rondell steht in der Mitte die Capilla Central. Diese Hauptkapelle des Friedhofs wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Die Kapelle wird noch immer für Beerdigungen genutzt. In ihr befinden sich bedeutende Kunstwerke, darunter ein Fresko des kubanischen Malers Miguel Melero. Wieder der Avenida de Colón folgend, sieht man an der rechten Seite des nächsten, kleinen Rondells das Panteón de los Prelados. Kurz dahinter befindet sich das etwas martialisch anmutende Pantéon de las Fuerzas Armadas Revolucionarias, in welchem die Helden der revolutionären Armeen beigesetzt wurden.

Wendet man sich nun um und geht die Avenida de Colón wieder zurück in Richtung des Haupteingangs und betrachtet nun wiederum die Gräber rechts von sich, liegt am ersten kleinen Rondell, allerdings nicht direkt am Hauptweg, sondern ein paar Wege abseits, einerseits  das Osario General, einem Beinhaus aus dem Jahr 1886 und damit einer der ältesten Bauten des Friedhofs. Gegenüber befindet sich das aus dem Jahr 1982 stammende Martires del Asalto al Palacio Presidencial. Es wurde errichtet zu Ehren der Studenten, die 1957 beim Angriff auf den Präsidentenpalast von Batista ums Leben kamen. Hat man wieder das große Rondell überquert, erblickt man zur rechten das Pantheon von Catalina Lasa. Es wurde von ihrem zweiten Ehemann Juan Pedro Baró in Auftrag gegeben. Die Leiche von Catalina Lasa wurde in Paris einbalsamiert und dann nach Havanna überführt.

La MilagrosaDahinter befindet sich das sogenannte La Milagrosa, die Wundersame. Es ist das Grabmahl der 1901 im Alter von 24 Jahren bei der Geburt ihrer Tochter gestorbenen Amelia Goyri. Die Tochter starb ebenso bei der Geburt. Beide wurden nach damaliger Tradition gemeinsam in dem Grab beigesetzt. Der Ehemann soll bis zum Ende seines Lebens jeden Tag an dem Grab gewesen sein und hat dem Grabmal nie den Rücken zugekehrt. Nach vielen Jahren wurde das Grab geöffnet und die Körper der Leichen sollen noch völlig unversehrt gewesen sein. Dieses Wunder führte dazu, dass Amelia zum Symbol der Mutterliebe wurde. Sie wurde zum Schutzpatron der Schwangeren und Neugeborenen. Werdende Mütter pilgern seitdem zum Grab und erbitten ihren Segen und kehren dabei dem Grab niemals den Rücken zu. Am Grab stehen viele Marmortafeln mit Segenswünschen in vielen verschiedenen Sprachen, darunter auch in deutsch. Das Grab wird seit 1909 geschmückt von einer Statue von José Villalta de Saavedra. Folgt man wieder dem Hauptweg bis zum nächsten kleinen Rondell, befindet sich etwas dahinter die Kapelle der sechs Medizinstudenten. Noch etwas weiter der Avenida de Colón folgend, entdeckt man die La Piedad von Rita Longa. Das marmorne Halbrelief der Pietà schmückt das schwarze Marmorgrabmahl der Familie Aguilera aus den 50er Jahren.

Provinz: Ciudad de La Habana

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