Etwa 20km nordwestlich von Santiago de Cuba befindet sich die Basilica del Cobre, mit vollem Namen die „Basilica de Nuestra Senora de la Caridad del Cobre“. Sie ist das wohl bekannteste Gotteshaus Cubas, beherbergt Sie doch die Virgen del Cobre, eine schwarze Madonnenstatue und Schutzheilige Cubas.
Schon die Anfahrt hin zur Basilica del Cobre gestaltet sich als imposant: Von Santiago de Cuba aus fährt man Richtung Sierra Maestra und erblickt dann die Basilica del Cobre, wie sie hoch auf einem Hügel gelegen sich in ihrem strahlenden Weiß abhebt von dem dunklen Grün der Ausläufer der Sierra Maestra.
Die Kirche liegt oberhalb des Dorfes El Cobre. Vom Dorf aus führt eine Treppe mit 254 Stufen rauf zur Basilica del Cobre. Dorf und Kirche sind benannt nach den Kupferminen (cobre) der Umgebung. Vom Hügel der Basilica aus kann man die tiefen Löcher der Kupferminen sehen, wie sie sich in die Berge der Sierra Maestra gefressen haben.
Die dreischiffige Kirche liegt auf dem Hügel Cerro de la Cantera. Die Basilica del Cobre wurde 1925 zu Ehren der Schutzheiligen Cubas, der „Virgen de la Caridad“ erbaut. Sie besitzt einen hohen Mittelturm, der flankiert wird durch zwei kleinere Seitentürme. Alle Türme schließen mit roten Ziegeldächern ab, die sich von der weißen Kirche deutlich abheben. 
Die Basilica del Cobre ist die Wahlfahrtskirche Cubas schlechthin: Besonders am 8. September (dem Namenstag der Heiligen) zieht es viele Gläubige Cubaner hin zur Basilica. Aber nicht die Kirche selbst ist das Ziel, sondern das Highlight der Kirche, die Virgen del Cobre. Dies ist eine ca. 30cm hohe, schwarze Madonnenstatue, in goldgelbem Gewand, mit einer Krone und reich verziert mit Gold, Diamanten, Smaragden und Rubinen. Sie trägt ein Kreuz aus Diamanten und Amethysten. Am 8. September wird die Schutzheilige für eine Prozession aus ihrer Vitrine genommen. Die Virgen del Cobre ist seit 1916 die Schutzpatronin Cubas. 1998 wurde sie von Johannes Paul II. bei seiner Cubareise gekrönt und gesegnet.
Betritt man die Basilica del Cobre durch das Hauptschiff, thront die Virgen del Cobre hoch über dem Altar, den Rücken zugewandt. Nur zu Messen wird die Madonna gedreht und schaut auf das Hauptschiff. Betritt man den Raum hinter dem Altar, zeigen sich dem Besucher zunächst Tische und Vitrinen, die überquellen mit Votivgaben. Vor allem Baseball Ausrüstungen aber auch kurioses, wie eingeschweißte Nierensteine, Bärte von überlebenden Revolutionären oder auch persönliche Gegenstände von Castros Mutter sind hier zu finden. In den 50er Jahren hatte Ernest Hemingway seine Nobelpreismedaille als Votivgabe gestiftet, die allerdings, nachdem sie einmal entwendet wurde, nun hier nicht mehr aufbewahrt wird. Weitere Votivgaben werden in der Kapelle Los Milagros gezeigt.
Einen Stockwerk höher gelangt man dann zur Virgen del Cobre, die sich in einer Vitrine befindet. Die Legende der Virgen del Cobre besagt, dass 1606 drei Sklaven in der Bucht von Nipe vor der Ostküste Cubas in einen Sturm gerieten und dann von der schwarzen Madonna aus den Fluten gerettet wurden. Die wahrscheinliche Wahrheit ist jedoch, dass die Madonna auf Bitten vom Gouverneur Sanchez de Moya, der eine Madonna aus der spanischen Heimat haben wollte, nach Cuba gelangt ist. Schon 1611 wurde der Madonna ein Sanktuarium errichtet und sie war seit dieser Zeit Objekt der Anbetung. In ihrer Verehrung mischt sich auch die Santeria-Religion, eine Vermischung katholischen und afrikanischen Glaubens. So wird die Virgen del Cobre auch assoziiert mit der Göttin Ochún.
Provinz: Santiago de Cuba