Pinar del Río ist die westlichste Provinz von Cuba. Ihre Hauptstadt ist Pinar del Río. Mit 10931 km² ist sie Kubas drittgrößte Provinz und liegt östlich der Provinz La Habana. Im Norden wird sie vom Golf von Mexiko und im Süden von der Karibik begrenzt.
Statistische Daten
Hauptstadt: Pinar del Rio
Fläche: 10.931km²
Einwohner: 721.900
Dichte: 66,1 Einwohner pro km²
Die Provinz ist nach ihrer gleichnamigen Hauptstadt Pinar del Rio benannt. Diese wurde 1669 als “Nueva Filipina” gegründet, später jedoch aufgrund der umgebenden Pinienwälder und des nahegelegenen Flusses Rio Guama in “Pinar del Rio” (”Pinien am Fluss”) umbenannt. Vor der Besiedlung durch die Europäer war die Region besiedelt durch die Ureinwohnern vom Stamm der Guanahatabeyes, welche später ausgerottet wurden. Von Beginn an war die Region ein beliebtes Tabakanbaugebiet. Trotzdem war Pinar del Río kurz nach der Revolution die ärmste Region Kubas. Mittlerweile hat sich das jedoch geändert, nicht zuletzt wegen der verhältnismäßig guten Infrastruktur: nach der Revolution wurde Pinar del Río an die kubanische Westostautobahn (”autopista”) angeschlossen, außerdem existiert eine Bahnanbindung und ein Flughafen. Heute gilt Pinar del Río als die wohlhabendste Region Kubas. Während der Kubakrise spielte die Region um Pinar del Río erneut eine Rolle, da hier der größte Teil der sowjetischen Raketen stationiert war.

Mural de la Praehistorica
Die westlichste Region des kubanischen Festlandes ist durch teilweise atemberaubende Landschaften geprägt. Die Provinz Pinar del Rio wird durchzogen durch die 175km lange Cordillera de Guaniguanico. Ihren höchsten Punkt hat sie am Pan de Guajaibón mit 699 Meter. Südlich und nördlich des Gebirges befinden sich Küstenebenen mit größtenteils sumpfiger Landschaft. Das Gebirge teilt sich ein in drei Hauptregionen: Die Sierra del Rosario im Osten, welche unter UNESCO-Schutz steht, der Sierra de los Órganos (Orgelpfeifengebirge) im Westen sowie das öko-touristisch bedeutsame Valle de Viñales mit dem Hauptort Viñales im Zentrum. Das Valle de Viñales wird geprägt durch die sogenannten Mogotes, steil aufragende und dicht bewachsene Kegelkarstfelsen, die sich aus dem emaligen Hochplateau im Laufe von Millionen von Jahren ausgespült haben. Valle de Vinales Blick ins Valle de Vinales. Durch den karstiges Untergrund gibt es zudem in dieser Region eine Vielzahl von unterirdischen Höhlensystemen inklusiver ausgedehnter unterirdischer Flusssysteme. Der längste Fluss der Provinz ist der 112km lange Río Cuyaguateje, der in die Bahía de Cortés mündet. Neben ausgedehnten Feldern, vor allem Tabak, wird die Region geprägt durch teilweise subtropische Vegetation sowie ausgedehnten Kiefernwäldern und den für Cuba typischen Königspalmen. Außerdem bietet die Region eine Vilezahl an Orchideenarten. Für Ökotouristen interessant ist zudem das Biosphärenreservat Península de Guanahacabibes im äußersten Westen von Pinar del Rio. Die Küsten der Region von Pinar del Rio sind geprägt durch Mangrovenwälder (vor der Abholzung) oder durch die erosiven Kräfte des Meeres sehr scharfkantige Felsen. Sandstrände finden sich daher eher auf den vorgelagerten Cayos. Am bedeutsamsten ist hierbei die von Palma Rubis erreichbare Insel Cayo Levisa, die Tauchmöglichkeiten im vorgelagerten Korallenriff bietet.

Blick ins Valle de Vinales
Die Region Pinar del Rio ist sehr stark landwirtschaftlich geprägt. Neben Zuckerroht, Reis und Zitrusfrüchten sowie Viehzucht, dominiert in der Region der Tabakanbau. Rund 80% des kubanischen Tabaks stammt aus der Gegend um die Hauptstadt Pinar del Rio. Der Tabak der Region gilt als einer der weltweit vielleicht Besten. Die Hauptstadt wird demzufolge auch von den Tabakfabriken geprägt. Zudem hat hier der staatliche Getränkekonzern Ciego Montero seinen Sitz. Der Bergbau in den Minas de Matahambre (Kupfer) im Nordwesten wurde wegen Unwirtschaftlichkeit 1997 eingestellt.