Geografisch genau im Zentrum Cubas liegt die Provinz Ciego de Avila, benannt nach der gleichnamigen Hauptstadt. Sie ist erst 1975 durch die Abspaltung von der Provinz Camagüey entstanden. Highlight dieser Provinz ist aber nicht deren Festlandanteil, sondern die Cayos an der Nordküste.
Statistische Daten
Hauptstadt: Ciego de Avila
Fläche: 6.910km²
Einwohner: 396.000
Dichte: 57,4 Einwohner pro km²
Geschichtlich ist das Gebiet der heutigen Provinz Ciego de Avila eher von geringer Bedeutung. Aufgrund des beschränkten Zugangs über See (im Süden ist der Küstenabschnitt schmal und von Mangrovensümpfen durchzogen, im Norden durch die unzähligen Cayo´s versperrt) konnten sich in diesem Gebiet die Ureinwohner mit am Längsten halten, so dass auch heute noch Überreste dieser Indianerkulturen zu besichtigen sind.
Die südliche Küste der Provinz ist bedeckt von Mangrovenwälder. Dazwischen ist die Provinz Ciego de Avila geprägt von weiten Graslandschaften.
Im Municipio Bolivia befindet sich die Loma de Cunagua, ein weitgehend unberührtes Naturschutzgebiet. Die Hügellandschaft hat ca. 10 km Durchmesser und ca. 330 m Höhe ü.M. und ist mit ihren Wanderpfaden und Aussichtspunkten ein lohnendes Ziel für Naturbeobachtungen.
Zwischen Morón und der Nordküste gibt es mehrere Seen, der größte davon ist die Laguna de la Leche (Milchsee). Er wird so genannt, da sein Wasser milchig trüb gefärbt ist von Kalksteinausschwemmungen. Er ist das größte Süßwasserreservoir Kubas.
Vor der Nordküste von Ciego de Avila erstreckt sich die Inselgruppe Jardines del Rey (Gärten des Königs) als Teil eines 400km langen Korallenriffs mit kleinen und kleinsten Cayo´s (Inseln). Die Inseln sind überwuchert mit ausgedehnter tropischer Vegetation. In den Flachwassergebieten zwischen den Inseln sind über 150 verschiedene Vogelarten heimisch.
Größte Insel der Jardines del Rey ist Cayo Coco. Ein großer Teil der Insel ist Naturschutzgebiet. In diesem ist z.B. die größte Flamingo Kolonie Cubas heimisch. Auch viele andere Wasservögel können in den Buchten der Insel beobachtet werden. Sie bietet auch herrliche weiße Sandstrände und Tauchmöglichkeiten in den Korallenbänken.
Zweitgrößte Insel mit ca. 15km2 der Jardines del Rey ist Cayo Guillermo. Im Norden der Insel - zur atlantischen Seite gerichtet - erstreckt sich ein kilometerlanger fein weißer Sandstrand, der nur von einer Steilbucht unterbrochen wird um im Westen der Insel wieder als fein weißer Sandstrand zu enden. Dem Strand weit vorgelagert sind diverse Korallenriffe. Im Süden der Insel erstreckt sich eine faszinierende Mangrovenlandschaft, die mit dem Motorboot erkundet werden kann. Schnorcheln ist dort in ausgewählten Gebieten möglich.
Vor der Südküste befinden sich die Inseln der Inselgruppe Jardines de la Reina.
Wichtigste Einnahmequelle für die Provinz Ciego de Avila ist der Tourismus. Nachdem die beiden Inseln Cayo Coco und Cayo Guillermo 1989 über einen 17km langen Damm mit dem Festland verbunden wurden (sowie die Nachbarinsel Paredon Grande), wurden diese beiden Inseln ab 1995 auch touristisch erschlossen.
Seit 2003 hat auf Cayo Coco auch ein internationaler Flughafen (Jardines del Rey, CCC) seinen Betrieb aufgenommen. Er wird auch von Europa aus direkt angeflogen. Damit entfällt der etwas 2 ½ stündige Transfer von Ciego de Avila aus. Der dortige Flughafen (Maximo Gomez, AVI) ist nur noch von nationaler Bedeutung.
Einheimische haben keine Zutritt zu den Touristen Ressorts: Der Zugang zu den Inseln wird an der Landseite des Dammes durch eine Kontrollstation überwacht. Nur Touristen und Angestellte der Hotels sowie die cubanische Polizei gelangen auf die Inseln. Für den Zugang werden der Reisepass und das Visum benötigt (Sicherheitskopien des Reisepasses werden nicht akzeptiert).
Neben dem Tourismus der Cayo´s sind die Hauptstadt Ciego de Avila durch ihre Lage an der Autobahn (carratera central) und die zweitgrößte Stadt Moron an der Nordküste wirtschaftliche Zentren.
In der Landwirtschaft dominieren Rinderzucht (zentraler Teil), Zuckerproduktion sowie Ananas und Zitrusfrüchte.
Die Provinz Ciego de Ávila wird ihrerseits in zehn Municipios unterteilt: